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Archives: September 2006

Wer braucht denn sowas?

geschrieben von Ernst Exklusiv am 28. September 2006 um 15:31 geschrieben von Ernst Exklusiv am 28. September 2006 um 15:09

Nokia 6310i“Kamera? Das habe ich nicht nötig! Ich will mit meinem Handy nur telefonieren!” Solche oder ähnliche Sprüche hört man immer wieder, und ich kann sie nicht mehr hören! Sicherlich, Oma Schmidt mag ja wirklich nur mit ihrem Handy telefonieren wollen, aber von der kommt ja auch kein solcher Spruch. Im Gegenteil: Der wahre Technikfeind trägt Anzug und das passende Handy zur Gesinnung, ein Nokia 6310i.

Das Handy ist der Inbegriff des Satzes “Früher war alles besser!” Früher, so erfährt man immer von den Benutzern des letzten nahezu funktionsfreien Technik-Schlachtschiffs, da durfte man noch mit einer getrennten Digitalkamera Fotos machen, einzelne MP3-Player kaufen und außerdem gab es Bier noch in Dosen. Diese Sorte Mensch guckt vermutlich auch in der E-Klasse (da ist nämlich noch die teure Freisprecheinrichtung für das Handy drin) nie auf die Uhr, die hat man nämlich am Handgelenk. Und Radio im Auto? Also bitte, das ist doch nur zum Fahren da!

Das ist doch einen Schampus wert, gell?

geschrieben von Ernst Exklusiv am 28. September 2006 um 13:25 geschrieben von Ernst Exklusiv am 28. September 2006 um 13:09

Nun ja, wir wissen nicht genau, worauf man bei Siemens angestoßen hat, nachdem man sich so erfolgreich von der selbst kaputt gemachten Handysparte getrennt hat. Aber Geld dürfte ja bei den Herren ohne Konzept eh keine große Rolle spielen, kann man sich doch praktischerweise sein Gehalt prima vom befreundeten Aufsichtsrat erhöhen lassen kann. So, und nun ist das Spielzeug runtergefallen, und alle Welt zeigt mit dem Finger nach Taiwan. Schließlich haben die bösen Taiwanesen jetzt den Geldhahn zugedreht, und von Siemens-Handys ist nicht mehr lange etwas zu sehen.

Doch wo hat das eigentlich alles angefangen? Nicht erst in Taiwan, nein, lange lange davor. Das Grundübel liegt doch darin, dass der deutsche Manager als solcher, und der bei Siemens im speziellen frei von jeglicher Verantwortung für sein Tun, Handeln und Unterlassen ist, da er sich noch einmal schnell eine Abfindung genehmigt, wenn er gehen muss. Es ist nicht die Tätigkeit, sondern die ignorante Untätigkeit eines Mangements, dass jetzt indirekt 3000 Menschen auf die Straße setzt. Doch die Herren Kleinfeld und Co. verscherbeln lieber alles, womit man langfristig ein Geschäft hätte ausbauen können. Nach den Handys entsorgte Kleinfeld ja nun auch die traditionsreiche Siemens-Netzwerksparte in ein Joint Venture mit dem Handyriesen Nokia. Auch hier sollen einmal mehr andere richten, was die Deutschen trotz jahrelanger Sanierungsversuche nicht in den Griff bekamen. Ein Trauerspiel. Made in Germany.

Einmal RAZR, aber ohne das Headset!

geschrieben von Ernst Exklusiv am 22. September 2006 um 19:44 geschrieben von Ernst Exklusiv am 22. September 2006 um 19:09

Schöne neue Welt: Was es bislang nur im Laden gab, kommt nun endlich auch in die Maschine. Der erste Handyautomat der Welt erblickte just in den USA das Licht. Wo auch sonst? In einem Land, das sogar Automaten für Fritten hervorgebracht hat, ist das doch nur konsequent. Und wenn wir einmal tief in uns hineinhorchen, dann hören wir doch auch diese Stimme, die so etwas für überfällig hält. Denn wer kennt das nicht: Da schlendert man einfach so durch den Flughafen, und plötzlich merkt man 20 Minuten vor dem Abflug, dass das Handy farblich gar nicht zur Abendgarderobe passt.

Was also tun? Bisher lief man gerade als Starlet Gefahr, dann am Abend mit dem unpassenden Handy am Ohr fotografiert zu werden. Die Konsequenz: Die letzte Doppelseite in der Gala für Jahre. Doch das muss nicht sein: Der Instantmoto versorgt jeden Bedürftigen umgehend mit dem passenen Handy, gedeckte Kreditkarte vorausgesetzt. Wie schön, was für eine Freude! Wie haben die Menschen nur Jahrtausende ohne so eine Erfindung leben können?

Tschüß, getretenes Kind!

geschrieben von Ernst Exklusiv am 21. September 2006 um 13:23 geschrieben von Ernst Exklusiv am 21. September 2006 um 13:09

Nur selten konnte man offenen Auges so schaurig schön bei der Demontage einer Marke zusehen wie im Falle der Handysparte von Siemens. Auch wenn jetzt der eine oder andere meint, schlaumeiern zu müssen, Siemens sei mir seinem S65 zum Sanierungsfall geworden, liegt die Wahrheit doch viel weiter in der Vergangenheit: Das Siemens-Management war zu ängstlich und innovationsfeindlich, um wirklich einen großen Wurf landen zu können. Was war denn beispielsweise mit dem Fahrrad-Computer, der schon zwei Jahre auf der Halde lag, bis man den Managern erklärt hatte, dass es ausser S-Klassen auch andere Fortbewegungsmittel gibt. An den Ingenieuren dürfte es nicht gelegen haben: Der erste Slider, das erste Farbhandy, alles Siemens-Erfindungen.

Nein, die Firma wurde, wie so oft in Deutschland, vom unfähigen Management in den Abgrund befördert. Wer braucht auch Handys,  Schnurlostelefone sind eh viel besser. Und heute das: BenQ will den Laden schon wieder loswerden, weil man damit auch nichts anfangen kann un nur Miese macht. Kann danach noch irgendjemand ernsthaft Vertrauen in diese Marke haben die seit Jahren nur noch abbaut? Wir befürchten, das war das letzte Aufbäumen und gehen noch einmal schnell ein ME75 kaufen. Ist schließlich ein gutes Handy. Bzw. war.

Hallo Dilbert, äh, Michael Krammer!

geschrieben von Ernst Exklusiv am 21. September 2006 um 12:17 geschrieben von Ernst Exklusiv am 21. September 2006 um 12:09

Lieber Michael Krammer!
Danke für Deine mutige Entscheidung, Dich endlich von dem zu trennen, was an wenigsten stört, wenn es nicht mehr da ist: Dein mittleres Management darf zu 40 Prozent den Hut nehmen. Und die Begründung ist der absolute Knaller: Das steigert die Effizienz! Da muss erst jemand aus Österreich kommen, damit das einer merkt. Doch wie kam es dazu, lieber Michael? Hast du vielleicht endlich das Dilbert-Buch gelesen und festgestellt, dass bei Dir die Meetings genauso schrecklich ablaufen wie im Comic? Oder mussten die Damen und Herren bei Dir einen Tätigkeitsbericht einreichen, mit dem man nicht beim Bullshit-Bingo gewinnt? Oder hast Du Dir deren Ergebnisse einmal genauer angeguckt? Fragen über Fragen!
Wir warten gespannt auf eine Antwort!

o2 can row back (Oder: o2 rudert zurück!)

geschrieben von Ernst Exklusiv am 20. September 2006 um 21:51 geschrieben von Ernst Exklusiv am 20. September 2006 um 21:09

Es gibt Dinge, bei denen weiß man gar nicht was schlimmer ist: Die Panne, oder wie damit umgegangen wird. Da ging also gestern ein Aufschrei durch die Kundenlandschaft, als der kleinste deutsche Netzbetreiber plötzlich die größten Tarife angeboten hat – wenn auch nur für Vertragsverlängerer (Nochmal lesen?). “Juchuh” konnte man Land auf und Land ab aus Mündern der o2-Kunden hören: “Endlich sind wir wieder ganz weit vorn bei o2!” Doch das war nur von kurzer Dauer: Offenbar hatte jemand bei der Kündigungs-Hotline was falsch verstanden – oder war falsch instruiert worden, denn nach nur zwei Tagen wurde das Angebot wieder auf Eis gelegt (Will man nicht lesen).

Tja, nun hat das Huhn gegackert, das Ei auch kurz gezeigt um dann den Ei-Legevorgang wieder umzukehren? Da wollte man gerade “Bravo” rufen und schon hatte man in München offenbar Angst vor der eigenen Courage. Schade, denn das wären mal Knallertarife gewesen.

Adios Hannover, Hola Barcelona!

geschrieben von Ernst Exklusiv am 18. September 2006 um 10:54 geschrieben von Ernst Exklusiv am 18. September 2006 um 10:09

Ja, das musste ja so kommen: Nachdem die Handys zunächst eher so eine Randerscheinung der CeBIT waren, die ja klar als Computermesse begonnen hat, sind sie nun auf dem Abmarsch in Richtung 3GSM in Barcelona. Nach Nokia war auch BenQ-Siemens nicht mehr daran interessiert, in Hannover präsent zu sein. (Gut, das mag auch einen anderen Grund gehabt haben, wie wir jetzt wissen.) zurück zum Thema: Alle, die jetzt rumjammern, haben eines nicht verstanden: Die CeBIT ist zu spät im Jahr, zu voll mit Tüten-klauenden Kindern, und zu weit weg von den Bedürfnissen einer international operierenden Branche!

Und was war 2006 denn schon zu sehen? Okay, BenQ-Siemens hatte die neuen Handys dabei, und Samsung holte die üblichen 20 Neuerscheinungen aus dem Hut, hatte davon aber schon einen großen Teil in Barcelona vorgestellt. Aber das tut Samsung bei jeder Messe, und BenQ-Siemens gibt es nun eh nicht mehr. Bei Nokia, LG und Sony Ericsson gab es wenig neues. Lohnte es sich also in diesem Jahr für Neuheiten-Jäger? Nicht mehr so sehr wie früher.

Das soll jetzt nicht heißen, dass in Barcelona alles toll ist. Während zwei Drittel der vergangenen Messe gab es dort für Journalisten kein WLAN, auch war die Internetleitung nur tröpfelnd vorhanden. Die Messe war viel zu voll, und viel zu klein für die Menge der Aussteller. Aber sie hat absolut ihre Existenzberechtigung: Handys sind halt kein Nebenprodukt mehr neben den tollen und richtungsweisenden Computern. Nur ist das in Hannover anscheinend noch niemandem aufgefallen, denn dann hätte man die 3GSM nach Deutschland geholt. Unterm Strich: Selbst Schuld, Hannover!

Videothekare, das Ende naht – in ferner Zukunft!

geschrieben von Dieter Dabei am 15. September 2006 um 20:10 geschrieben von Dieter Dabei am 15. September 2006 um 20:09

Puh, da kommt ja eine schöne neue Welt auf uns zu: Wenn man dieser Meldung glauben schenken darf, dann wird es für Videothekenbetreiber ganz schön eng. Die Zukunft liegt im Internet – IPTV und Video-on-Demand sind die Schlagwörter. Trägerlose Datenübertragung ist die Zukunftsvision, die es der gemeinen Couch-Potatoe noch einfach machen soll, den Abend vor der Glotze zu verbringen. Als nächstes kommt dann wohl ein Chio-Chip-Taxi (Chio-Chip-Heimservice – für Schwaben und Bayern). Dann werden wir uns laut beklagen, dass unsere Gesellschaft immer mehr vereinsamt (das tun wir natürlich in einer Fernseh-Talk-Show) und wenn uns das nervt, schalten wir einfach auf einen anderen Kanal.
Bye, bye geliebte Videothek, die Zeiten scheinen vorbei, in denen wir durch große, verranzte Hallen stiefelten und uns abgegriffene Hüllen nahmen, um verblichene Cover zu studieren. Vorbei die Zeiten, als man vor Eintritt in die geheiligten Hallen entscheiden musste, ob man in den Bereich unter oder über 18 wollte (Naja, wollen wollte man wahrscheinlich häufiger – nur gesehen werden wollte man nie). Wie war das doch noch mit der netten, jungen, hübschen Videotheken-Aushilfe, die einen mit einem breiten Lächeln entgegenstrahlte, wenn man mit seinem blauen Film-Schnipsel (blau=Hardcore) und hochroter Birne an die Videotheken-Theke trat?

Und das soll nun alles vorbei sein?

Natürlich nicht – denn, so kann man weiterlesen, die Marktforscher gehen davon aus, dass der Video/DVD-Markt noch 10 – 15 Jahre weiter existieren wird. Als internet- und technikaffiner Mensch fragt man sich: Wieso? Apple präsentiert iTV – das ist doch der Durchbruch! Die Telekom zeigt via IPTV die Bundesliga! Was soll denn da noch so lange dauern?

Ganz einfach: DIE sind noch nicht so weit. Und damit meine ich – wie man vielleicht denken könnte – keinesfalls die Konsumenten. Gerade Apple hat doch eindrucksvoll gezeigt, dass einfache Bedienung auch so etwas scheinbar kompliziertes wie einen MP3-Player zum Erfolg führen kann. Nein, mit “denen” meine ich die Industrie, die einfach noch nicht soweit ist. Es wurde nämlich schlichtweg noch nicht genug Geld verdient, der Return-On-Investement ist noch nicht da. Gerade erst entscheidet sich der kostenträchtige Kampf der DVD-Nachfolgeformate Blu-Ray und HD-DVD – und wehe dem, der auf das falsche Pferd gesetzt hat. Gerade erst werden Milliarden in neue Produktionsstätten von Datenträgern gesteckt, die sich alle erst noch rechnen müssen. DIE brauchen das Geschäft mit den kleinen silbernen Scheiben und die Umsätze in Verkauf und Verleih der Filmindustrie sind da nicht zu verachten.Glauben Sie nicht? Wem, denken Sie, gehören denn Marken wie Columbia Pictures und Tri-Star Pictures ? Richtig – beide gehören inzwischen zur Sony Pictures Entertainment, einer Tochterfirma des Blu-Ray-Erfinders Sony. Oder wußten Sie, dass die berühmte Filmproduktionsgesellschaft Warner Bros. zum internationalen Medienunternehmen Time Warner Inc. gehört? Gut, dann wußten Sie sicherlich auch nicht, dass sich genau dieses Unternehmen mit anderen in der HD DVD Promotion Group engagiert. Der Zweck dieser Gruppe ergibt sich wohl aus dem Namen…

Und plötzlich stellt sich die Frage, wieso nur Disney mit Apple einen Film-Vermarktungsvertrag geschlossen hat gar nicht mehr. Disney produziert einfach keine Datenträger……

Was bedeutet das nun für unsere Videothek? Nix – ausser, dass das Ende naht, nur eben erst in ferner Zukunft.

Ei oder Huhn? 6233 oder 6234? Beides!

geschrieben von Ernst Exklusiv am 15. September 2006 um 15:21 geschrieben von Ernst Exklusiv am 15. September 2006 um 15:09

Eines der großen philosophischen Probleme lautet bis zum heutigen Tag: Was war zuerst da? Das Ei oder das Huhn? Eine Frage, mit der man sich totdiskutieren kann, weshalb wir die offensichtliche Antwort (Hei!) hier nur am Rande erwähnen wollen.

Doch die Frage stellt sich nicht nur bei Geflügel, sondern auch immer wieder bei Mobiltelefonen: Was war denn nun zuerst da? Das Nokia 6233 oder das Nokia 6234? Immerhin gibt es das 6234 exklusiv bei Vodafone, das Nokia 6233 an jeder Ecke. Auch hier ist die Antwort einfach: Die beiden sind Zwillinge, die direkt nach der Geburt getrennt wurden. Soweit, so einfach? Alle noch mitgekommen? Prima!

Grundsätzlich ist das alles auch alles in Ordnung, jeder soll das Handy so kaufen, wie er möchte. Nur: Die Kreativ-Abteilung (a.k.a. Marketing) von Vodafone erklärt nun auf zig Plakaten, man habe da ein wahnsinnig gutes Angebot zusammengeschraubt, weil man so günstig sei und kein Preis tiefer sei. Das ist doch lächerlich! Denn erstens ist das Kind nicht exklusiv, weil das Nokia 6233 genau das gleiche Handy, jedoch ohne die nervige Vodafone-Software darstellt. Und dadurch ist der Laden schon lange nicht mehr exklusiv billig, schließlich gibt es das 6233 an jeder Ecke für einen Euro. Nein, meine Herrschaften. So nicht! Sechs, setzen!

Ja, klar, wir haben alle zuviel Geld!

geschrieben von Ernst Exklusiv am 14. September 2006 um 18:42 geschrieben von Ernst Exklusiv am 14. September 2006 um 18:09

GEZDenn wer sich beruflich so etwas wie ein UMTS-Handy oder auch ein internet-fähiges Laptop (oder auch Notebook, je nachdem) zulegt, gehört natürlich zu den oberen 10.000! Genau das ist der Grund, weshalb uns gerade die reduzierte GEZ-Gebühr für solche schon am frühen Morgen auf dem Weg zwischen Schampus, Kaviar-Müsli und der ersten Havanna so aus der Tasche fällt. Immer weg damit, sonst fangen wir nachher noch damit an, das Geld für etwas Wichtiges auszugeben! Und wo kommen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde? Genau!