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Archives: Oktober 2006

Palm Treo 680: Willkommen im Gestern

geschrieben von am 13. Oktober 2006 um 12:57 geschrieben von am 13. Oktober 2006 um 12:10

Natürlich kann ein Unternehmen produzieren, was es will. Der Konsument kann auch kaufen, was er will. Dafür wurde ursprünglich die Marktwirtschaft erfunden, und das ist auch gut so. Und im Regelfall setzen sich die Entwickler auch (im Idealfall) mit dem Kunden oder (zumindest) mit ihrer Marktforschung an einen Tisch und entwickeln etwas, was dann auch jemand kauft. Soweit, so gut.It comes in Colors

Aber was hat denn Palm da gerade gemacht? Mit wem hat sich die Firma denn im Vorfeld unterhalten, als der Treo 680 entwickelt wurde? Mit Verlaub, aber eine VGA-Kamera lässt man doch lieber weg, als dass man sie noch in ein Handy einbaut! Und dann ein Smartphone ohne UMTS vorzustellen, ist geradezu eine Frechheit.

Ein paar Farben mehr auf die Außenschalen zu bringen, hat zwar schon ein anderer amerkanischer Hersteller ganz erfolgreich gemacht, aber das ist schon über ein Jahr her. Also, weniger Inhalt, weniger Leistung, aber wo ist denn dann das “Weniger” an Preis? Mit den Features dürfte die Maschine gerade mal bei 299 Euro liegen, und das ist weniger als realistisch. Schade, schade! Aber damit wird man nicht Marktführer.

Kleiner Leitfaden für den chinesischen Produktpiraten

geschrieben von am 13. Oktober 2006 um 12:14 geschrieben von am 13. Oktober 2006 um 12:10

Guten Tag und herzlich willkommen in unserer ersten Stunde mit dem Thema: Gekonnt geklaut – Ein Leitfaden für die erfolgreiche Kopie europäischer Markenprodukte. Heute wollen wir uns mit den wichtigsten Eckpunkten der Produktpiraterie beschäftigen: Was sollte man auf jeden Fall vermeiden, und was gehört zu einem erfolgreichen Produkt?

Wir fangen heute mal mit simpler Technologie an, nämlich mit einem Handy.

Die Form ist bei vielen Produkten heutzutage wichtiger Designbestandteil. Viele Unternehmen investiereren Millionen in Designer, die eine perfekte Form finden sollen. Sparen Sie sich das Geld! Inzwischen gibt es so viele verschiedene Handys, da kann man sich einfach das beste Design aussuchen. Ob das Flache vom Motorola SLVR oder aber die Optik von Omas Wählscheibentelefon (1), alles ist möglich. Gerade die Kombination von altem und neuem Design könnte Erfolg versprechen.

Geizen Sie auch nicht mit Farbe. Diese öffnet das Produkt auch für den weiblichen Markt. Sollte das Geld nicht reichen, und auch keines für die Entwicklung einer interessanten Software zur Verfügung stehen, dann gehen Sie einfach in eine der benachbarten Fabriken und gucken Sie mal, ob Sie da vielleicht ein paar Aufkleber finden, die nach Multimedia aussehen. Einfach drauf damit (4), gerade wenn die von einem Mitbewerber kommen. Soll doch sein Glanz auch auf Ihre Produkte abfärben. S200

Die Funktion, auch wenn einige das nicht wahrhaben möchten, ist absolut egal. Drucken Sie einfach irgendwelche technischen Daten in das Handbuch, ausprobieren wird es ja nachher eh niemand. Besonders gut klingen Dinge wie MP4, DV oder GPRS. Da kaum ein Mensch weiß, was sie bedeuten, geschweige denn die Menschen, die sich Produktkopien kaufen, spielt das absolut keine Rolle. Erfinden Sie doch einfach auch mal neue Abkürzungen, wie zum Beispiel DPH oder CDU. Damit kann ihr Kunde dann sogar andere Menschen beeindrucken.

Schliessen wir die heutige Lektion mit der Namensgebung (2) ab: Der Name sollte irgendwie an eine bekannte Marke erinnern, aber eben auch nicht genauso geschrieben werden. Denkbar heute, da wir uns um ein Handy kümmern, sind Namen wie Suny-Ericssin, Nakia, Sumens, BanQ, Sogem, Philibs, Sumsung oder aber auch Motopola. Seien Sie einfach Kreativ. Wichtig ist auch hier, dass es gut aussieht. Die Europäer wissen schließlich auch nicht, was das heissen soll.

Bevor wir es vergessen: Logos sind in der heutigen Zeit für den Erfolg eines Produktes unverzichtbar. Gleichzeitig kosten sie eine Menge Geld in der Entwicklung, und schützen lassen muss man sie dann auch noch. Doch das muss nicht sein: Setzen Sie auch hier auf Vertrautes und drehen Sie das Logo einfach um. (3) Alles, was Sie dafür tun müssen, ist im Photoschop (ein nahezu legales Lizenzprodukt) auf einen Button drücken.

Sie sehen, wenn man nur ein paar Dinge beachtet, dann kann man ein passables und weltmarktfähiges Produkt herstellen. Ob es dann auch funktionieren muss?

K.O. für BenQ-Siemens! An the Winner is: Sagem

geschrieben von am 12. Oktober 2006 um 12:05 geschrieben von am 12. Oktober 2006 um 12:10

Aus der kleinen Wirtschafts-Hexenküche: Wir nehmen einen stabil großen Markt, der sich auf verschiedene Hersteller zu ungleich großen Anteilen verteilt. Dabei hat jeder seinen Schwerpunkt: Motorola macht auf Style, Sony Ericsson besetzt Musik und Bild, Samsung Technologie, und Nokia verkauft an diejenigen, die schon immer ein Nokia hatten. Und was machte Siemens? Der größte Teil der Handys im vergangenen Jahr war im Prepaid-Segment, possierliche kleine Mobiltelefone wie das Siemens A50 verkauften sich nicht zuletzt aufgrund niedriger Preise wie geschnitten Brot. Doch wenn es einem Unternehmen nicht mehr gut geht, dann schwindet auch das Vertrauen der Kunden, und die wenden sich einem anderen Hersteller zu.
Und wer wird diesen Markt in Deutschland übernehmen? Die Antwort: Zu weiten Teilen der französische Hersteller Sagem, ist er doch der einzige, der das Einsteigersegment wirklich mit der richtigen Zahl geeigneter Handys beliefern kann. Das Unternehmen ist dabei schon seit geraumer Zeit erfolgreich, und das auch in Deutschland: Zeitweise kamen die meisten Prepaid-Handys auf dem deutschen Markt schon aus französischen Fabriken. Und das könnte so weitergehen. In diesem Sinne: Au revoir Siemens, Bon Jour Sagem!

Zehn Megapixel für ein Halleluja-Handy!

geschrieben von am 12. Oktober 2006 um 10:09 geschrieben von am 12. Oktober 2006 um 10:10

10-Megapixel-HandyJa, natürlich werden eines sonnigen Tages Handys den billigen Digitalkameras den Rang ablaufen. Das tun sie übrigens jetzt schon: Jedes Jahr werden die Kameras in den Handys um ungefähr 100 Euro besser, inzwischen stehen wir so bei 200 Euro. Will heissen: Wenn ich mir jetzt eine 200 Euro billige Digitalkamera kaufen, kann ich genauso gut ein Handy wie das Sony Ericsson k800i nehmen. Also, alles auf dem besten Wege in eine leuchtende Zukunft.
Beim vorliegenden Fall, dem Samsung SCH-B600, greifen wir jedoch so weit in die Zukunft, dass die Realität dem nicht standhalten kann: Die Kamera mit integriertem Handy schafft satte zehn Megapixel. Das klingt toll, und ist es sicherlich auch. Nur: Was macht man eigentlich nachher mit so einem großen Bild? Das dürften ja locker mehrere Megabyte sein, die man da pro Aufnahme mit sich herumträgt. Und was macht man damit? Per Bluetooth verschieben dauert zu lange, via UMTS stellen wir uns das lieber gar nicht erst vor, und per Speicherkarte ist das ganz schön fummlig.
Da möchte man sich lieber gar nicht vorstellen, was wohl der koreanische Fachhändler als solcher mit einem unfreundlichen Rentner machen muss, der den Brocken gekauft hat und nun seine Bilder hier im Laden ausdrucken möchte. Ein Glück, dass uns das nicht betrifft!

Gestatten: Die Anti-WLAN-Tapete

geschrieben von am 10. Oktober 2006 um 17:13 geschrieben von am 10. Oktober 2006 um 17:10

Darauf mag die Welt gewartet haben, wir hingegen waren überrascht: Die TU Ilmenau hat die Eigenbedarf-WLAN-Abschirm-Tapete erfunden. Ein fulminante Erfindung, fürwahr! Und wie taten sie das? Na, ganz einfach: Mit Hilfe modifizierten Ferritpulvers, synthetisiert mittels Glaskristallisationstechnik, und speziellen Beschichtungstechniken. Wie auch sonst? Und für wen taten sie das? Naja, für jeden, der Angst hat, dass ihm das Handy den Kopf röstet, das WLAN bunte Streifen auf die Fußnägel brennt, oder der schon immer geahnt hat, dass ihn der CIA mithilfe von Radarstrahlen durchleuchten will. Und was ist mit den normalen Menschen? Tja, die kleben dann wohl lieber Erfurt Rauhfaser an die Wand, denn die gibts ja schon für 3,99. Oder so.

Der Tatort, die ARD und die Handystrahlung

geschrieben von am 9. Oktober 2006 um 14:10 geschrieben von am 9. Oktober 2006 um 14:10

“Zunächst einmal möchten wir der Tatort-Autorin Isolde Sammer für seine hervorragende Hintergrundrecherche danken, und natürlich auch der ARD, die so etwas kommentarlos ausstrahlt. Unser Dank gilt natürlich auch allen GEZ-Gebührenzahlern, ohne die dieses Meisterwerk nicht möglich gewesen wäre. Danke, danke, danke!”

Worüber wir reden? Oh, entschuldigen Sie bitte, wir wussten nicht, dass Sie nicht den gestrigen Tatort geguckt haben. Also, die Kurzfassung: Rektor Max Junghans stirbt bei der Explosion eines neuen Handy-Sendemastes. Schnell stellt sich für Lena Odenthal und Mario Kopper die Frage, warum der Lehrer mitten in der Nacht seine “Nachtwanderer”-Tour abgebrochen hat und zum Sendemast gegangen ist. Soweit alles klar? Prima.

Doch was geschieht da während des Krimis? Da werden Studien zitiert, die “beweisen”, dass Handys gesundheitsschädlich seien und ähnliche Panikmache. Was dran ist? Derzeit gibt es keinen Beleg, aber so ein Kritiker gibt ja erst auf, wenn er tot ist oder alles bewiesen. Frei nach dem Motto: Schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist. Ein feines Weltverständnis, und das auf Kosten der Gebührenzahler.

Amex, Mastercard und die eigene Studie

geschrieben von am 9. Oktober 2006 um 10:40 geschrieben von am 9. Oktober 2006 um 10:10

Sensationelles Ergebnis der neuesten Studie: Wenn die Infrastruktur stimmt, dann geht es demnächst ab mit dem Bezahlen per Handy. Und was für honorige Unternehmen da wieder ihre Finger im Spiel haben: American Express, Mastercard und VISA bezahlen eine Studie zum “Contactless Payment”. Alleine das Wort ist doch schon einen Artikel wert, “Contactless”. Dabei dachte ich bislang immer, ein Kontakt müsse nicht zwingend eine Berührung bedeuten. Aber ich bin ja auch kein Kreditkarten-Emisseur. Vielleicht wollen die Amexer aber auch gar keinen Kontakt?
Zurück zur Studie: Wie üblich ist auch das drin, was man gerne liest, vor allem als Plastikkarten-Hersteller und Kreditvermittler. Die machen sich nämlich kräftig Gedanken, und nun sind die Hardwarehersteller dran, das auch einzubauen. Aber bitteschön ganz ganz schnell. Und wenn nicht, dann sind die Nokias und Motorolas dieser Welt Schuld daran, wenn es nichts wird mit dem Bezahlen per Handy. Ob uns Kunden da auch mal jemand fragt? Entschuldigen Sie, wo leben Sie denn, dass Sie eine solche Frage stellen? Natürlich nicht! Ist doch nur unser Geld!

Im Dschungel ist die Hölle los

geschrieben von am 6. Oktober 2006 um 17:42 geschrieben von am 6. Oktober 2006 um 17:10

Was haben ein Unpaarhufer, ein 24-Stunden-Rennen und eine Würgeschlange gemeinsam? Richtig, auf den ersten Blick garnichts. Bei genauerer Recherche entpuppen sie sich jedoch alle drei als Namensgeber für Smartkarten, die den Pay-TV-Sender Premiere illegal entschlüsseln können bzw. konnten. Da wäre zum Einen das “Zebra”: Eigentlich heißt dieses exotische Chipkartenmodell ja “Cerebro“. Da sich Premiere aber im Januar kurzum die Rechte an diesem Namen gesichert und den Verkauf der Karten gerichtlich verboten hatte, sprach man in der Szene fortan nur noch vom “Zebra”. Hört sich ja auch niedlicher an. Für einige Wochen galoppierte das afrikanische Steppenpferd munter vor sich hin. Und der umtriebige Smartkartendealer um die Ecke verdiente sich eine goldene Nase an dem Streifentier. Wie auch an dem Nachfolgemodell “Didem“, das allerdings nur ein kurzes Intermezzo hatte. Eines Tages wurde es Premiere-Chef Georg Kofler nämlich zu bunt. Er beauftragte seine hauseigenen Verschlüsselungsspezialisten von Nagravision mit der Absicherung des Systems. “Ätsch! Wer uns nichts zahlt, darf auch nicht gucken!”, dachte sich Kofler wohl.

“Doppelt Ätsch”, dachte sich daraufhin wohl die Hackerszene und brachte kurzerhand die “Daytona”-Karte auf den Markt. Ein neues, schnelleres OS (Betriebssystem) sorgte für Aufsehen – wieder war das Premiere-Komplett-Programm in Insiderkreisen für den stolzen Preis von rund 100 Euro erhältlich. Doch Kofler ließ sich auch dieses Mal nicht lumpen und investierte weiter in die Sicherheit der Verschlüsselung. Und wieder war der Traum von Champions-League, Blockbustern und Schmuddelfilmen ohne reguläres Abo ausgeträumt. Die Mattscheiben blieben buchstäblich “schwarz”.

Die “Expedition Premiere-Hack” führte weiter in die Regenwälder Südamerikas. “Anaconda” hieß die neueste Abzockerkarte der “Kartenalis”. Sie versprach monatelangen Pay-TV-Genuss – selbstverständlich ohne Abonnement. Derweil hatte der Pay-TV-Sender offenbar schon Pläne für eine großangelegte Absicherung in der Schublade. Quasi per Knopfdruck aktivierte der Sender nun ein verstecktes Zugangsberechtigungssystem (hidden CAS). Und der Schlange ging dabei die Kraft aus, was etliche Schwarzseher, die mittlerweile weitere 100 Euro in die Karte investiert hatten wohl zur Weißglut getrieben haben muss. Bei Premiere hingegen dürften nun die Sektkorken knallen. Bis sich “King Kong” aus dem Dschungel wagt….

Gebt den Menschen Bluetooth-Uhren!

geschrieben von am 6. Oktober 2006 um 15:43 geschrieben von am 6. Oktober 2006 um 15:10

Bluetooth UhrEs gibt Länder, in denen der Spielkram regiert. Tatsächlich können sich ganze Nationen an ihre iMode-Handys hängen, und tatsächlich durch das mobile Internet surfen, und dabei auch noch Spaß haben. Oder aber Computerspieler zu ihren Nationhelden machen. Erstaunlich, was in der Welt so vor sich geht. Zum Glück hat derartiger Unsinn im anständigen und wohlsortierten Deutschland noch nicht Einzug erhalten, schließlich liegt das Land wirtschaftlich am Boden und man muss sich auf Bausparvertrag und Kleinwagen beschränken.

Doch eine kleine Ausnahme darf man wohl mal machen, oder? Nur eine kleine Ausnahme, bitte! Es ist doch auch etwas durchaus sinnvolles, ein Garant unpeinlicher Stunden beim abendlichen Ausgehen, und ein schickes Accessiore zugleich. Wovon ich spreche? Na, von der MBW-100, der ersten Bluetoothuhr der Welt!

Stellen Sie sich das einfach vor: Keine peinlichen vibrierenden Handys oder, noch schlimmer, der Nokia-Klingelton auf dem Kneipentisch, sondern ein freundlicher Gesprächspartner, der gerade mal einen Blick auf seine Armbanduhr wirft. Stilvoll, oder? Das ist dann auch die 250 Euro wert, oder? Sagen Sie einfach “ja!”, immerhin senken Massenbestellungen den Preis! Und vielleicht gibt es die ja sogar demnächst günstiger im Bundle mit dem Knigge.