Guten Tag und herzlich willkommen in unserer ersten Stunde mit dem Thema: Gekonnt geklaut – Ein Leitfaden für die erfolgreiche Kopie europäischer Markenprodukte. Heute wollen wir uns mit den wichtigsten Eckpunkten der Produktpiraterie beschäftigen: Was sollte man auf jeden Fall vermeiden, und was gehört zu einem erfolgreichen Produkt?
Wir fangen heute mal mit simpler Technologie an, nämlich mit einem Handy.
Die Form ist bei vielen Produkten heutzutage wichtiger Designbestandteil. Viele Unternehmen investiereren Millionen in Designer, die eine perfekte Form finden sollen. Sparen Sie sich das Geld! Inzwischen gibt es so viele verschiedene Handys, da kann man sich einfach das beste Design aussuchen. Ob das Flache vom Motorola SLVR oder aber die Optik von Omas Wählscheibentelefon (1), alles ist möglich. Gerade die Kombination von altem und neuem Design könnte Erfolg versprechen.
Geizen Sie auch nicht mit Farbe. Diese öffnet das Produkt auch für den weiblichen Markt. Sollte das Geld nicht reichen, und auch keines für die Entwicklung einer interessanten Software zur Verfügung stehen, dann gehen Sie einfach in eine der benachbarten Fabriken und gucken Sie mal, ob Sie da vielleicht ein paar Aufkleber finden, die nach Multimedia aussehen. Einfach drauf damit (4), gerade wenn die von einem Mitbewerber kommen. Soll doch sein Glanz auch auf Ihre Produkte abfärben. 
Die Funktion, auch wenn einige das nicht wahrhaben möchten, ist absolut egal. Drucken Sie einfach irgendwelche technischen Daten in das Handbuch, ausprobieren wird es ja nachher eh niemand. Besonders gut klingen Dinge wie MP4, DV oder GPRS. Da kaum ein Mensch weiß, was sie bedeuten, geschweige denn die Menschen, die sich Produktkopien kaufen, spielt das absolut keine Rolle. Erfinden Sie doch einfach auch mal neue Abkürzungen, wie zum Beispiel DPH oder CDU. Damit kann ihr Kunde dann sogar andere Menschen beeindrucken.
Schliessen wir die heutige Lektion mit der Namensgebung (2) ab: Der Name sollte irgendwie an eine bekannte Marke erinnern, aber eben auch nicht genauso geschrieben werden. Denkbar heute, da wir uns um ein Handy kümmern, sind Namen wie Suny-Ericssin, Nakia, Sumens, BanQ, Sogem, Philibs, Sumsung oder aber auch Motopola. Seien Sie einfach Kreativ. Wichtig ist auch hier, dass es gut aussieht. Die Europäer wissen schließlich auch nicht, was das heissen soll.
Bevor wir es vergessen: Logos sind in der heutigen Zeit für den Erfolg eines Produktes unverzichtbar. Gleichzeitig kosten sie eine Menge Geld in der Entwicklung, und schützen lassen muss man sie dann auch noch. Doch das muss nicht sein: Setzen Sie auch hier auf Vertrautes und drehen Sie das Logo einfach um. (3) Alles, was Sie dafür tun müssen, ist im Photoschop (ein nahezu legales Lizenzprodukt) auf einen Button drücken.
Sie sehen, wenn man nur ein paar Dinge beachtet, dann kann man ein passables und weltmarktfähiges Produkt herstellen. Ob es dann auch funktionieren muss?