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Archives: August 2007

Sauer macht lustig? Die schwierige Konditionierung von Menschen

geschrieben von Ernst Exklusiv am 31. August 2007 um 08:01 geschrieben von Ernst Exklusiv am 31. August 2007 um 08:08

Seit dem pawlowschen Hund wissen wir, dass man intelligente Lebewesen konditionieren kann. Das bedeutet, sie lernen von einem Verhalten, und wenden es dann auf die Zukunft an. Nun möchte man annehmen, dass Menschen ähnlich sind. Ist aber anscheinend nicht der Fall, wie das vorliegende Video unter Beweis stellen möchte:

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Sagte jemand “Homer Simpson”?

Kopenhagen: Telefonzelle für Handynutzer

geschrieben von Ernst Exklusiv am 31. August 2007 um 07:53 geschrieben von Ernst Exklusiv am 31. August 2007 um 07:08

Telefonzelle für HandysErst gestern in einem ICE auf dem Weg nach Bremen hatte ich wieder das Vergnügen: Ein gar nicht mehr so junger Mann kommunizierte mithilfe seines Handys mit einem Freund. Es ging um einen gerade just in diesem Moment stattfindenden Polterabend, und ob es sich lohnen würde, noch vorbei zu kommen. Nicht wirklich spannend, und auch nicht gerade die Geschichte, bei der man mit beiden Ohren hinhören will – ich hatte nur leider keine Wahl. Denn dass das Gespräch per Funk lief, hatte man dem (ja, nicht mehr ganz so) jungen Mann anscheinend noch nicht verraten. Der brüllte in einer Lautstärke durch den Zug, dass sogar einen Wagen weiter noch alles zu verstehen war.

Doch dafür respektive dagegen gibt es nun eine Lösung: Die Handy-Telefonzelle. Klingt komisch, ist aber eine coole Erfindung. Auf dem Flughafen von Kopenhagen soll jetzt die erste stehen, und ermahnt mit freundlichen Worten, man möge entweder ruhig oder aber da drinnen telefonieren. Recht haben sie, und wenn wir das konsequent weiterdenken, öffnen wir bald kleine Telefonbuden neben den jetzt schon vorhandenen Raucherbuden. Auch wenn das Handytelefonieren natürlich nicht krank macht. Ist klar. Wo bleiben die Ess-Buden? Was so manch einer in sich hinein schlingt, ist auch nicht schön. Und die Damen, die sich inbrünstig über den Inhalt der letzten Gala unterhalten, bekommen eine Bude. Bitte.

Die BILD entdeckt die Frau – und vergisst sie gleich wieder

geschrieben von Ernst Exklusiv am 26. August 2007 um 11:11 geschrieben von Ernst Exklusiv am 26. August 2007 um 11:08

Ein erstaunliches Raunen ging da gerade durch die deutsche Blog-Landschaft: Die BILD wollte auf einmal erkannt haben, was die Frau als solche und Alice Schwarzer im Besonderen wertvolles für Deutschland getan haben. Das fand dann seinen Höhepunkt in der Bild-Unterschrift: “Die Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht.”

Wow, wurde da auf einmal orakelt, was ist denn nun bei der BILD-Zeitung los? Weiß man dort erstmals mit dem feministischen Diskurs zu arbeiten? Wird das Seite1-Mäuschen stillgelegt? Doch wer auch immer diesen Ausflug ins geistige Absurdistan unternahm, weiß doch seit der neuesten Kampagne, dass man die Frau als Mensch so schnell wieder vergessen und zum Nacktmodell erklärt hat, wie die Schwarzer-Plakate erschienen. Der Beleg? Nun ja, die neue Kampagne.

Ein Alptraum wird wahr: Das Fleisch gewordene Plädojer für die Business Klasse

geschrieben von Ernst Exklusiv am 26. August 2007 um 10:16 geschrieben von Ernst Exklusiv am 26. August 2007 um 10:08

Ich fliege nicht gerne, und das hat mehrere Gründe. Zum einen ist das dieses latente Unbehagen gegenüber einem Stück Blech, das fliegt. Sicherlich hat da die mangelnde Aufmerksamkeit im Physik-Unterricht ihr übriges getan, auch wenn man logisch schon weiß, dass da nichts so gut wie fast wenig passieren kann und auch, dass im Falle eines Falles immer noch wenig geschieht, wenn man sich richtig verhält. Der andere Grundhorror: Es könnte sich jemand neben mich setzen, der nicht in seinen Stuhl passt. Letzteres ist in der vergangenen Nacht fast Wirklichkeit geworden: Mit nur einem Sitz Unterschied ging der Horror des “kostenlosen warmen Kissens” an mir vorbei.

Dicker Mann im FlugzeugDas humanoide Kissen kam übrigens nicht nur mit einer Fülle an Körper, sondern auch mit einer Fülle an Unterhaltung an Bord: Neben einem musikalischen Eigenprogramm und erstaunlichen Sitztanz-Fähigkeiten verfügte der gute Mann über einen derart sonoren Sound beim Schnarchen, dass man nur noch mit Ohrstöpsel plus Kopfhörer auf mittlerer Lautstärke durchkam. Dass er auch noch allen Frauen auf den Hintern gucken stieren musste, rundet das Bild perfekt ab.

So, und wenn man 14 Stunden neben diesem Mann saß, dann weiß man, was der Vorteil der Business-Class ist. Mit mehr Beinfreiheit und besserem Essen hat das nichts zu tun, es ist schlicht die große Entfernung der Plätze zu einander. Nach rechts und links. Und die wäre in der Nacht ihr Geld wert gewesen.

So, und nun noch ein kurzer Hinweis an alle Sozialpädagogen: Ja, man soll für alles Verständnis haben. Aber das fällt Euch nur so leicht, weil ihr in Euren bequemen Altbauwohnungen beim Rotwein sitzt, und aus sicherer Distanz die Menschen in Euer Weltbild integriert. Nicht in der Holzklasse der South African Airways.

Sportschau soll verschoben werden – wir alle sind schuld!

geschrieben von Dieter Dabei am 23. August 2007 um 09:18 geschrieben von Dieter Dabei am 23. August 2007 um 09:08

Das haben wir jetzt also davon. Erst haben wir alle gelacht, dann gestänkert und schließlich zu wenig Abos gemacht: Beim Premiere-Pay-TV-Herausforderer arena gingen die Lichter aus und der Platzhirsch aus Unterföhring kommt aus dem Lachen nicht mehr raus. Wer soll die Ex-Kollegen von Schorsch Kofler jetzt noch aufhalten?! So schreibt inside-digital.de:

In der vergangenen Woche beteuerte der designierte Premiere-Chef Michael Börnicke: “Ich kann auch mit der ‘Sportschau’ leben”. Nun macht der Abosender offenbar eine Rolle rückwärts. “Es steht eine Weichenstellung bevor. Dabei geht es darum, ob die Liga das Pay-TV beschleunigen oder zur Vollbremsung bringen will”, sagte Premiere-Vorstand Carsten Schmidt dem “Kicker”. Schmidt ist Premiere-Verhandlungsführer in den Gesprächen mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) über den neuen TV-Vertrag ab Sommer 2009.

Das bedeutet schlimme Zeiten für unsere gute, alte Sportschau. Will die Liga die Pay-TV-Millionen, wird sie darauf drängen müssen, Fußball im Free-TV erst ab 22:00 Uhr zu bringen. Vielleicht wäre es doch gar nicht schlecht gewesen, hätte es den Wettbewerber arena auch zukünftig gegeben, doch offenbar ist der Deutsche noch nicht bereit für´s Bezahlfernsehen.

Das Leben ist nie langweilig: Planlos in London dank Windows-Absturz

geschrieben von Ernst Exklusiv am 19. August 2007 um 22:22 geschrieben von Ernst Exklusiv am 19. August 2007 um 22:08

Es war wohl Douglas Adams, der als erster darauf hinwies, dass es den Begriff “Schön wie ein Flughafen” nicht gebe, und das beste Beispiel dafür sei der Flughafen London Heathrow. Dem kann jeder Mensch, der schon einmal dort einen Transfer-Flug hatte, nur zustimmen, denn der Flughafen ist das Letzte. Riesengroß, hinter jeder Ecke eine potentielle Kontrolle, und die vielleicht hässlichsten Gänge nach dem Flughafen von Sofia – all das liefert London.

Doch um die Umsteigezeit von knapp zwei Stunden um ein lustiges weiteres Viertelstündchen zu verlängern, hat man sich dort noch etwas einfallen lassen: Den Windows-Absturz. Der ist nämlich besonders lustig, wenn man sein Umsteigeterminal sucht, jedoch einfach nicht findet, weil die Rechner, die einem sagen, wohin man will, auf Windows basieren, und eine “außerordentliche Schutzverletzung” oder ähnlichen Quatsch anzeigen, wie hier zu sehen ist:

Absturz im Flughafen Heathrow

Also, Danke Microsoft, für einen langen Lauf durch den vielleicht hässlichsten Flughafen der Welt. Aber jeder Gang macht ja auch schlank, oder, Herr Ballmer?

Apple auf dem Weg zum Standardhersteller: Steve tötet den Apfel

geschrieben von Ernst Exklusiv am 15. August 2007 um 10:37 geschrieben von Ernst Exklusiv am 15. August 2007 um 10:08

Die Apfeltaste fehltDas waren noch Zeiten: Als im Jahre 1976 der kleine Computerhersteller Apple Computer an den Markt ging, war das Firmenlogo noch handgemalt, später dann wenigstens vielfarbig, um mit den Jahren immer stylischer zu werden. Doch nicht nur auf den Computern, sondern auch auf der Tastatur fand man es wieder: Die Befehlstaste hatte hier immer die Form eines Apfels, mit dem daneben befindlichen stilisierte Blumenkohl hingegen konnte praktisch keiner etwas anfangen.

Und nun? Nun soll das letzte kleine Unterscheidungsmerkmal fallen, dass man als Mac-User auf der Tastatur noch findet: Die Apfeltaste wurde auf dem neuen iMac erstmals entfernt. Das führt nun in der Mac-Gemeinschaft zu einem Aufschrei der Entrüstung: Auf dem deutschen Blog “Rettet die Apfeltaste” werden zahlreiche Unterschriften respektive deren Nachfolger, nämlich Blogeinträge, gesammelt.

Ob das was bringt, darf zurecht bezweifelt werden, biedert sich der Computerhersteller doch immer mehr dem Massenmarkt an. Es lebe der Shareholder-Value: Ob im nächsten Schritt dann eine Windows-Taste aufgedruckt wird, um die armen Schweine Wechselwilligen aus dem anderen Lager zur Migration zu bewegen, bleibt abzuwarten. Fest steht aber, das damit ein wichtiges Stück Unternehmenskultur dem Mainstream geopfert wird. In einer Welt, in der alles immer gleichförmiger wird, gibt nun also auch einer der letzten Mohikaner sein Kriegsbeil ab. Schade.

Cheddarvision: Hail to the cheese!

geschrieben von Ernst Exklusiv am 12. August 2007 um 09:34 geschrieben von Ernst Exklusiv am 12. August 2007 um 09:08

Moderne Technik macht vieles möglich: So kann man auf den Mond fliegen, Maul- und Klauenseuche schon im Labor herstellen und mit einem Computer Stunden an einem Problem verbringen, das man ohne ihn gar nicht hätte. Toll auch ist das immer noch nicht ermüden wollende Webcam-Fieber. Seit sich jeder Spinner technikinteressierte Mensch eine Flatrate leisten kann, gib es kaum noch Dinge, die nicht unter permanenter Beobachtung stünden. (Gar nicht mehr so) jüngstes Opfer ist dabei ein Käse: Seit nunmehr 233 Tagen steht ein Cheddar-Käse im Rampenlicht, und jeder Interessierte kann ihm beim Schimmeln zusehen. Das Video für eilige gibt es inzwischen auch bei Youtube:

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Doch das ist noch nicht wirklich eine Meldung wert, denn es kommt noch besser: Der Käse, welcher bis zu zwei Jahren reifen darf, trägt inzwischen auch einen Namen, nämlich Wedginald. Darüber hinaus gehört er zu den meistverlinkten Personen (sic!) auf Facebook, bekommt regelmäßig Postkarten und Gedichte geschickt. Wenn das kein Aufstieg für ein Stück gegorene Milch ist! Wedginald kann live unter Cheddarvision betrachtet werden. Keine Sorge, der bewegt sich nicht!

Die Bundesliga erliegt dem Lockruf des Geldes

geschrieben von Dieter Dabei am 6. August 2007 um 16:41 geschrieben von Dieter Dabei am 6. August 2007 um 16:08

Wer regelmäßig Hochleistungssport bei Olympia, Weltmeisterschaften oder zuletzt bei der Tour der Farce France anschaut, hat es ja eigentlich schon immer gewusst: Das ganze Spektakel ist nichts anderes als eine riesengroße Kommerz-Maschinerie der Unterhaltungsindustrie. Du wurden bei der Formel 1 die merkwürdigsten Entscheidungen der Schiedsrichter getroffen, durch die “zufällig” die Rennserie neue Spannung bekommt oder mutmaßlich gedopte Dauersieger in Kauf genommen, um neue Märkte zu erschließen. Einzig die deutsche Fußball-Bundesliga schien dem Treiben wie eine Trutzburg entgegen zu stehen. Selbst als Premiere mit viel Geld die Sportschau auf den Abend verschieben wollte und obwohl viele Manager schon den Bundesliga-Abgesang wegen mangelnder Konkurrenzfähigkeit anstimmten, entschied sich die Bundesliga für den Newcomer arena.

Schräger Fußballplatz

Soviel zur geliebten Fan-Theorie. Doch jetzt erliegt auch der Profi-Fußball dem süßen Zwitschern des schnöden Mammon.

Schäuble sucht jetzt Handyvideo-Regisseure

geschrieben von Ernst Exklusiv am 6. August 2007 um 14:45 geschrieben von Ernst Exklusiv am 6. August 2007 um 14:08

Mann spiegelt sich im HandyJunge Junge, da ist schon wieder was los, im fernen Berlin. Kaum kündigen die Antivirus-Softwarehersteller an, dass sie den Bundestrojaner wie jeden anderen Virus auch behandeln wollen, braucht Herr Schäuble ein neues Spielzeug. Diesmal sind jedoch die Kids dran, die mit Gewaltvideos nur so um sich schmeißen, denn die hat laut der BILDdoch mittlerweile wirklich jeder“”, und das gilt es ab sofort zu verhindern.

Mit Hilfe des (Inter-)Netzes sollen nun die Regisseure ermittelt und an die Wand gestellt vor Gericht gebracht werden. Klingt gut, ist aber vermutlich kein leichtes Unterfangen, denn wer auch immer versucht hat, das Internet zu kontrollieren, ist entweder Chinese oder daran gescheitert. Bereits jetzt ist die Fahndung nach dem Urheber einer Nachricht zwar möglich, aber aufwändig und sehr kostenintensiv. Wie stellt man sich das bei jahrealten Videos vor, die im Netz herumfliegen?