Gäbe es Nina Hagen nicht, man müsste sie auch nicht erfinden. Sicherlich hatte die Dame ihre Qualitäten, doch das war zu Zeiten, da es in Berlin noch Mauern und im Radio noch keine Superhits der 70er und 80er Jahre gab. Denn was die deutsche Rock-Röhre (ich glaube, das gehört mehr zu Tina Turner, aber ich wage es gar nicht, im Netz nach Alternativ-Bezeichnungen zu suchen) in den vergangenen Jahren geleistet hat, ist wohl eher eine Therapie, die in der Öffentlichkeit ausgelebt wird.
Sicherlich: Wer sich Frau Hagen einlädt, der sollte wissen, was er/sie bekommt. Nämlich eine Frau, die das perfekte Beispiel für eine misslungene antiautoritäre Erziehung darstellt. Doch wenn Sie sich über weite Teile der Sendung als doof wie Brot präsentiert, die Talkshowgäste aufs Übelste beleidigt und damit nicht ein Mindestmaß an Toleranz walten lässt (im Gegensatz zu jedem Menschen, der sie erträgt), hat sich nicht mehr für eine Teilnahme an einer Diskussionsrunde qualifiziert. Eigentlich wäre hier der zweite Rauswurf im TV dran gewesen. Doch das geht natürlich auch nicht, wäre doch damit der Rauswurf aus Talkshows geadelt worden.
Also bleibt das Dilemma: Frau Maischberger muss sich medial an den Kopf fassen, dass so etwas geschehen ist, und Frau Hagen ist weiterhin zwar nicht gesellschafts-, aber doch talkshowfähig. Das jedoch ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden GEZ-Zahlers, erwartet dieser doch im Regelfall mehr für die Gebühren als ein infatil brabbelndes Häufchen Schminke, dass sonst aus gutem Grund nur bei RTL schwadroniert. Bildungsauftrag verfehlt, 6, setzen!
Ach, für diejenigen, die es nicht gesehen haben, hier der bewundernswerte Abgang der Vernunft: