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Apple, der Spielzeugfabrikant. Oder: Was ist eigentlich ein Geschäftskunde?


Das iphone ist nur SpielzeugFrüher war alles besser: Handys waren backsteindick, wogen in etwa genauso viel und waren da für: Geschäftskunden. Das war mit Computern nicht anders: PCs waren meist tischhoch (und fast leer), hässlich wie die Nacht, und für: Geschäftskunden. Apples Macintosh wurde beim Erscheinen entsprechend belacht: Niemand, der ernsthaft arbeiten wolle, benötige Grafik. Also bitte. Das wusste auch schon John C. Dvorak, der berühmte Wirtschaftsanalyst, als er sich 1984 die Maus anguckte: “Es gibt keinen Beleg, dass irgendjemand so etwas will.” Eben. Und deshalb sollten also nun auch alle Geschäftskunden die Finger vom iPhone lassen, wie inside-handy schreibt. Aber was machen eigentlich Geschäftskunden mit ihren Handys?

Lustigerweise macht sich kaum jemand die Mühe, herauszufinden, was eigentlich so ein Geschäftskunde macht. Denn wenn das die ganzen Gartners diese Welt täten, käme etwas schreckliches zutage, nämlich die Realität: Viele Geschäftskunden können den ganzen Firlefanz gar nicht bedienen. Und dabei wird einmal mehr das alte Gesetz gültig, dass bei steigender Hierarchie das Technikverständnis immer weiter sinkt. Ganz oben hat man noch nicht mal mehr ein Handy, das lässt man bedienen.

Doch schauen wir uns mal hier die Begründung an: “Für die Nutzung von Business-Applikationen empfehlen wir …”. Blöd nur, dass wir leider nicht erfahren, was denn diese sagenhaften Business-Applikationen seien sollen, die da zur Anwendung kommen. Immerhin ist das Lieblingstelefon des deutschen Managers nach wie vor das Nokia 6310, und zwar offiziell wegen irgendwelcher Freisprecheinrichtungen, inoffiziell jedoch, weil man damit NICHT mehr kann als zu telefonieren.

Also, welche Business-Applikationen haben wir denn im Angebot, ohne die der Geschäftskunde nicht leben kann? Email – ist drauf. Ob der Konzentrations- und Intelligenzkiller Email-Push draufkommt, weiß man noch nicht. Genauso sieht es mit Office-Clients aus. Und selbst wo das Zeug drauf ist, heißt das noch lange nicht, dass man es mit Freuden benutzt: Wer einmal in einer Windows-Mobile-Excel-Tabelle mit Formeln unterwegs war, weiß, was ich meine. Und sonst? Es ist ein Handy, wie andere auch.

Was der Analyst leider nicht sehen mag, oder auch vielleicht nicht kann: Es gibt nicht “den Geschäftskunden”. Handys für “Geschäftskunden” sind genauso ein Quatsch wie “Tarife für Geschäftskunden”. Denn nur weil man ein Handy beruflich nutzt, verändert das doch nicht zwingend die Anwendung. Sicherlich: Email-Push ist derzeit noch beliebter im Business-Bereich, aber wie lange noch? Und will das überhaupt jeder? Ich denke das nicht. Individuelle Lösungen, orientiert an denjeweiligen bedürfnissen, sind der einzige Schlüssel zum Kunden, und damit ist jedes Handy ein Businesshandy, oder auch ein Privathandy.

Aber das Förmchen ist ja immer das gleiche: Apple – die machen doch nur Spielkram. Und Grafiker haben die. Also ist die Konsequenz: Das iPhone ist auch Spielkram, weil aus der Spielzeugfirma aus Cupertino. Dass da auch Office läuft, Exchange-Server, das ganze Business-Zeug, wird mal schnell ausgeblendet, denn die Realität hat schon so manch eine schöne Theorie zerstört. Das gleiche hört man übrigens bis heute über Linux: Was dem Grafiker (und nur der) sein Mac, ist dem Server-Fachmann sein Linux. Alle anderen bitte bei Microsoft rechts abbiegen.

Nur: Das ganze Spiel kann man auch umdrehen: Liebe Geschäftkunden, kauft bitte kein Windows Vista (unausgegoren, zu wenig Support) oder XP (zu viele Viren)! Kauft auch bitte kein Ofiice 2007 (zu nichts auf dem Planeten kompatibel)! Kauft Euch einen prima Linux-Rechner, der ist viren- und absturzfrei, und damit könnt Ihr einfach Eure Arbeit machen. Nur: Dann haben die EDV-Berater nichts mehr zu tun.

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4 Kommentare zu “Apple, der Spielzeugfabrikant. Oder: Was ist eigentlich ein Geschäftskunde?”

  1. Jim Schlimm:

    Uihhhh….das klingt nach der tiefverletzten Seele eines großen Apple-Fan…

    Für mich bleibt Fakt: Ja, dass iPhone ist bestimmt ´n cooles gerät, der Hype, der darum gemacht wird hingegen, den finde ich total daneben. Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass Apple diese Diskussionen extrem forciert. Hauptsache es wird über das Produkt geredet. Und dann fühle ich mich schon beim schreiben dieser Zeilen irgendwie instrumentalisiert.

  2. Ernst Exklusiv:

    also, instrumentalisiert fühle ich mich vor allem durch deinen Link in den o2-Shop.

    Und mir geht es nicht um den Hype, sondern um tatsächliche Bedürfnisse. Auf die hört schließlich kaum einer, Geschäftskunden wird immer eher ein Bedürfnis verordnet als erfragt.

    Apropos Hype: Wenn es irgendwo Hype gibt, dann wohl um dieses Vista. Habe ich letzte Woche wieder erlebt, wo in einem großen (10.000+ Clients) Netzwerk WLAN via VPN für Vista nicht freigegeben ist, und die heulenden “Abre-ich-habe-doch-das-Neueste”-Jünger rumsaßen. Oder der Service-Techniker, der mir gestern Abend von den lahmgelegten Vista-Business-Kunden erzählte, die das “Neueste” wollten, und wo seit einer Woche kein Exchange mehr läuft.

    Wow, wenn das iPhone überhaupt telefoniert, ist es weniger Hype als ein Microsoft-System vor dem ersten Servicepack.

  3. ein weiterer mac affini:

    email push kommt, zu mindestens im zusammenhang mit den yahoo postfächern, die ja in verbindung mit dem iPhomne stehen…

    also defintiv kein Argument gegen die Business Fähigkeiten des iPhone…

  4. hab ich:

    Gerade der MAC ist wunderbar “Business” fähig… Wie oben beschrieben gehört zur “Businessfähigkeit” ein E-Mail Client, ein kleines Office, Kontakt und Termin Manager. Und das wars! Jeder “Privatanwender” will mehr. Seies noch die Wikipedia auf seinem Handy-Smartphone-Gedönst oder Java-Spielchen, ahja Fernsehen,… bla bla etc…

    Und da das iphone eine geschlossenes System ist, wird es auch NIE ein “Virenscanner” brauchen wie manche Windows Smartphones es schon haben (brauchen!?!)…

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