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Cut & Paste Berlin: Grafik-Battle auf hohem Niveau?


Cut&PasteEs gibt Veranstaltungen, deren Sinn man Otto Normalverbraucher erst so umständlich erklären muss, dass man es besser lässt. Dazu gehört unter anderem “Cut & Paste“, ein “Graphic Design Tournament”, wie die Aushänge vor der Tür verlauten ließen. Da man im inside-blog einem hoffentlich aufgeschlosseneren Publikum gegenüber sitzt, hier die Kurzerklärung: Gruppen zu jeweils vier jungen Menschen aus dem grafischen Gewerbe haben 15 Minuten Zeit, ein Schlagwort zu visualisieren. Der Prozess wird auf vier Beamern einem ebenfalls grafisch veranlagten Publikum unter Einspielung mehr oder weniger rhythmischer Klänge zur Schau gestellt, und nach 15 Minuten darf eine Jury den/die Sieger küren, der/die in die nächste Runde weiterkommen. Soweit das Konzept, das auch inhaltlich so umgesetzt wurde. Leider nicht ganz so stylisch wie erhofft.


Doch so gut diese Idee auch klingen mag, es ging genug schief. Anscheinend war weder zu Beginn, sondern auch noch während der Veranstaltung unklar, wie der Sieger ermittelt werden sollte. Der offenbar reichlich überforderte Moderator Sven-Ole Knuth machte sich mit Fragen an die Jury wie “Sieht man, dass da kein Neueinsteiger dabei ist?” dem Publikum schnell klar, dass man Moderatoren zumindest mit einem Grundwissen der jeweiligen Materie ausstatten sollte. Nur labern reicht halt nicht immer, und der exzessive Gebrauch des Wortes “Körnung” täuscht dann auch nur wenig über seine offensichtliche Ausbildung zum Guten-Morgen-Radio-Clown hinweg.

Ebenfalls interessant war der Auftritt der Jury: David Linderman, der zwar Deutsch gut verstand und ja auch hierzulande wohnt und unterrichtet, trotzdem alle Fragen in einem derart coolen Amerikanisch ins Mikro rotzte, dass den anwesenden Agenturchefs (alle, ja alle mit schwarzer Hornbrille) ganz weich im Knie wurde, oder auch Juli Gudehus, die im Zweifelsfall die komplexen Fragen mit nur einem Wort beantwortete, und wer bis zu einem ihrer Statements nicht wusste, was Verachtung ist, der weiß es nun.

Die Ergebnisse nachher waren übrigens zum Teil wirklich ansehnlich, wobei  die finale Battle (so etwas muss man mal schreiben) auf Sparflamme kochte. Der Minuspunkt der ganzen Veranstaltung: Grafiker sind nun mal Visualisierer, und nicht Inhalte-Köche. So war die Umsetzung oft gut, die Inhalte jedoch ziemlich platt und zum Fußnägel nach oben drehen. Etwas mehr Beratung im Vorfeld könnte da Wunder wirken.

Unter dem Strich: Es ist trotz alledem gut, dass es eine solche Veranstaltung gibt, denn die Arbeit von Grafikern ist nach wie vor oft stark unterschätzt. Es steht zu hoffen, dass man aus den kleinen Pannen des ersten Deutschlandstopps lernt, und beim nächsten Mal zumindest die Moderatoren austauscht. Wir werden es sehen.

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6 Kommentare zu “Cut & Paste Berlin: Grafik-Battle auf hohem Niveau?”

  1. Matias:

    Haste gut zusammen gefasst. Ich hab es ähnlich empfunden. Schade, dass das Ganze so amateurhaft umgesetzt wurde. Denn die Idee hat was. Und es war zum Teil echt spannend den Designern über die Schulter zu schauen.
    Wer hat eigentlich gewonnen bzw. wer stand im Finale? Auf der Cut & Paste Seite ist es nicht heraus zu finden.
    Ich hab mich schon vorher verkrümelt ;)

  2. Lob und Kritik fürs “Cut & paste” Festival in Berlin » VisualBlog - das VisualOrgasm-Weblog:

    [...] gut beschreibt das zum Teil peinliche Agieren der Moderatoren, der Jury und der Organisatoren das Inside-Blog. Dort heißt es: Doch so gut diese Idee auch klingen mag, es ging genug schief. Anscheinend war [...]

  3. simon becker:

    …gerade bei dem punkt der “verachtungsdefinition” stimme selbst ich zu!
    -
    gruss simon*

  4. da5d:

    after some research of copy + paste (leider erst am abend davor) i felt thoroughly suckered.. surely this could be nothing more than a software demo and shameless promotional gag for adobe (i hate adobe.. i loved the macromedia spirit, despite all the bugs)

    i was wrong. kinda.

    the idea works.. even with such an oddly curated event (in respect to the jury, or contestants) it truly was fun to watch and judge. i was expecting much worse. i almost canceled.

    we got to know each other. we liked each other. i bought a sex doll from the only girl contestant (it doesn’t work).

    i couldn’t believe how many came.. it was almost aggressive. full. the audience actually cared.

    the moderator was a voll-idiot. das hat mann schon waehrend die “kennen-lernen” dingsbum gemerkt. aus redesign wurde rede-design (rede, als in reden).. und leider, trotz recht minderwertig intelligenz, unglaublich als gruppen-animateur begabt. oder auf koks?

    ich war sauber. but i couldn’t hear a thing from the stage. diese daemliche stimmung-halten gezielte fragen.. the pumping bullshit hochzeitsmusik..

    being asked to make an intelligent appraisal of a 15min. brainstorming with a foreign wacom display/input device, on a virgin g5 mac and in software that seriously think only one guy actually uses.

    one of the contestants told me he spent the last three days trying to learn illustrator. he was in the finals, btw.

    whatever. it was fun.
    i got drunk. i met nice people. i didn’t punch that fucking moderator guy.

    and berlin is not a german speaking country.

    so there.

    d-

  5. Party Girl:

    … hätte ich besser nicht sagen können @da4d

  6. jill:

    ich habe bei category 3d die show verlassen, warhscheinlich fands ich langweilig, staengid rumzustehen. die grosse herausforderung bei der 3d abteilung “object of desire” heisst ja soviel – mach was du willst. Also von wettbewerb keine rede.langweilig. schon wieder ein 3d monster. damit ist dem event ja die idee komplett entzogen. Auch dass bisdahin keine einzige junge Frau auf der Buehne sass, ist doch verwunderlich. aber vll wollen frauen nicht mehr diese ab-arbeits-jobs machen. es geht ja wirklich nur darum, wer die software am besten bedienen kann und dann noch schnell ne flotte idee hinbringt. wer personal sucht, koennte sich fuer diese show interessieren. dann fehlen aber bitte noch die stuehle zum hinsetzen, kein HR manager steht sich 5 stunden die fuesse in den bauch.

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