DSDS: Die Würde des Menschen ist unantastbar – auch gegen den eigenen Willen?
Am Wochenende war wieder mal DSDS-Zeit: Mehr oder weniger talentierte Jugendliche, die im Teenie-Wettstreit um die RTL-Krone buhlen. Bitte, wer es mag… Ein krakelender Dieddää, der zum großen Rundumschlag gegen die Protagonisten und Jury-Kollegen ausholte, also eigentlich alles wie immer. Manch einer möchte sagen: So sind wir es vom Teenie-Sender RTL ja gewohnt. Doch dann das:
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…und meine Fußnägel begannen sich aufzudrehen.
Ok, ich finde es ohnehin schon bedenklich, dass man ja heute bei jedem Mißgeschick Angst haben muß, dass “zufällig” eine Handykamera am Start war und man sich am nächsten Tag bei Clipfish, youtube & Co beobachten darf. Ich kann mich auch nicht entscheiden, ob ich schlimmer finde, dass TV-Sender jeden Mist senden, oder dass diese Sendungen auch tatsächlich Zuschauer finden.
Nur, wenn einer sich so dermaßen zum Deutschland-sucht den-Super-Horst macht wie Menderes (Das ist der junge Mann, der beweist, dass Talent nur hinderlich ist, wenn man bei RTL erfolgreich sein will) und seine eigene Menschenwürde mit Füßen tritt, dann ist das für mich nur sehr schwer tolerierbar. Klar, einen braucht es immer, der sich zum Idioten macht und sicher, ein wenig Selbstironie kann sehr sympathisch sein, nur, irgendwann ist die Grenze einfach überschritten. Wir haben Vereine zum Schutz von Rennmäusen oder ähnlichen, bestimmt wichtigen Tieren. Doch wer schützt durchgeknallte Möchtegernestars vor sich selbst?
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April 19th, 2007 at 14:05
Danke für den Trackback.
Bei DSDS werden bekanntlich Hinz und Kunz über Wochen und Monate medial aufbereitet und zu Superstars stilisiert, und dann? Mit der letzten Folge geht ein grundsätzlicher Schlüsselreiz verloren: Wer setzt sich am Ende durch? Ähnlich wie beim Krimi und der Frage nach dem Mörder.
Nun muss ich sagen, dass mir ein Menderes Bagci als temporärer DSDS-Clown noch um einiges authentischer erscheint, als die 30-40 Kandidaten gegen Schluss, die damit beschäftigt sind, so zu tun, als wären sie echte Stars.
Deswegen ist Menderes Bagci wichtig! Denn er relativiert die ganze Sendung und führt ihre Absurdität vor. Ok, mag sein, ihm fehlt Talent. Das ist aber auch der einzige Unterschied zu all den anderen Kandidaten. Und ich glaube, dass ihm das durchaus bewusst ist.
April 23rd, 2007 at 21:42
Wenn man in die USA rüberschaut, zu “American Idol”: Simon Cowell ist ein knallharter, aber immer fairer und sehr angesehener Juror, Ausdrücke wie “geil” oder “abkacken” sind dem völlig fremd, wie auch den anderen Juroren. Die Show ist ein echter Talentwettbewerb, knapp 20 Teilnehmer sind aktuell noch recht erfolgreich im Musikgeschäft, zwei haben es zu absoluten Superstars gebracht: Kelly Clarkson, Carrie Underwood. Zielgruppe von “American Idol” sind – sowohl bei Zuschauern als auch Teilnehmern – Musikinteressierte aller Bildungsschichten, eher nch oben orientiert, entsprechend sind die Erfolgsaussichten der Teilnehmer, nämlich gut bis sehr gut. Beispiel Carrie Underwood: Die hat nebenbei einen Studienabschluss in Journalistik gemacht. Diese Frau hat Klasse, fundiert auf Bildung und guter Erziehung. Das ist ein positiver Superstar nicht nur für jetzt, sondern auf Dauer, wie schon Kelly Clarkson.
In Deutschland dagegen ist DSDS ist dank RTL und diesem Herren Bohlen ein Sendeformat für die unterste Unterschicht, in einem Wort: Trash. Deutschland in seiner Selbstdarstellung ist dank RTL Trash.