Gestern: Das Buch zum Film. Jetzt: Das Handy zum Film. Morgen?
Ich kann mich noch an die gute alte Marketing-Steinzeit erinnern. Da wurde ein oranges Erfrischungsgetränk noch mit dem Slogan verkauft: “…weil’s Spaß macht und schmeckt.” Damals gab es etwas, das nannte sich ganz ketzerisch “das Buch zum Film”, für Menschen, denen mittelmäßige zwei Stunden in einem dunklen Saal nicht genug waren. Außerdem konnten schon damals die Produzenten ihren Lebensstil nicht mehr durch Kinotickets finanzieren. Doch das war, wie erwähnt, Marketing-Steinzeit, denn der Krempel die Begleitartikel war selten teurer als die Kinokarte. Jetzt gibt es inzwischen das Handy zum Film. Fragt sich, was als nächstes kommt.
Denkt man die Kette weiter, die schon mit dem Matrix-Handy (das im ersten Film gar nicht vorkam) in Gang gesetzt wurde, dann sind die nächsten Schritte logisch: Das Auto zum Film, das Boot zum Film, das Haus zum Film. Immerhin: So ein Merchandise-Handy kostet gut das 50-fache der Kinokarte, und das, wo wir für das Buch doch gerade einmal den doppelten Preis hinlegten. Wir haben also eine Verfünfundzwanzigfachung innerhalb von 20 Jahren. Geht der Trend so weiter, müsste es im Jahr 2025 zu einem Film Gedöns im Wert von 10000 Euro geben, pro Stück versteht sich und ohne Inflation oder steigende Kinopreise.
Vermutlich gibt es eines sonnigen Tages den ganzen Planeten als Dreingabe, vorausgesetzt, man bringt genügend Kleingeld mit.
Bildquelle: ddaily.co.kr
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