Imagepflege auf südkoreanisch
Neulich bei LG… Ich stelle mir das in etwa so vor: Der Vorstand des südkoreanischen TV-Geräte-Herstellers LG setzt sich im Besprechungsraum 7 im 107. Stock des Firmengebäudes in Seoul mit der Marketingabteilung zusammen und berät, wie man das Firmenimage nach dem Desaster um die Rekordstrafe von 400 Millionen Dollar inklusive Verhaftung eines Topmanagers wegen Preisabsprachen beim LCD-Paneleinkauf wieder aufpolieren kann. Der zweite Marketingassistent Chan Wok Han schlägt vor, der erstaunten Öffentlichkeit einfach einen neuen Fernseher zu präsentieren, von dem man behauptet, er habe ein Kontrastverhältnis von 1.000.000.000:1 (in Worten: eine Milliarde zu eins!) und erreiche eine Bildfrequenz von 600 Hertz.

Wer's glaubt: Rekord-Plasma-TV PQ60D von LG
Daraufhin meldet sich der zufällig eingeladene Abteilungsleiter für Plasma-Technik, Chang Wum Huk, zu Wort und wirft ein, dass ein solcher Kontrast technisch nicht machbar sei. Sein Kollege Chong Wan Hung, zuständig für Arbeitssicherheit bei LG, legt eine Studie vor, nach der das menschliche Auge noch nicht einmal zwischen einem Kontrast von 10.000:1 und 100.000:1 unterscheiden und Frequenzen ab 120 Hertz gar nicht wahrnehmen könne. Beide werden sofort entlassen; der zweite Marketingassistent Chan Wok Han wird zum Abteilungsleiter für Plasma-Technik befördert. Man lackiert den 50PG4000 um, nennt ihn PQ60D und präsentiert ihn der staunenden Öffentlichkeit. Siehe da, es klappt: Niemand interessiert sich mehr für den Skandal um illegale Preisabsprachen! Eine solche Taktik würde sich doch auch für andere Firmen anbieten… T-Mobile zum Beispiel…
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Januar 21st, 2009 at 16:39
Danke für den guten Artikel. Sehr nette Geschichte.
Wobei ich die Idee dahinter gar nicht schlecht finde. Hätte man das richtig angefasst, hätte es vermutlich funktioniert.