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Kerner vs. Eva Herman: Im Zweiten prangert man besser!


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Man kann ja über die Bücher und gewagten Thesen von Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Herman durchaus sehr geteilter Meinung sein. Doch was sich Kollege Kerner da in seiner Show erlaubt hat, ist nicht mehr grenzwertig sondern schlichtweg total daneben. Der ZDF-Leichtmatrose (im Stoiberschen Sinne), der noch selten durch kritische Journalie aufgefallen ist, hat die schöne Herman schön in die Falle gelockt, geradezu an den Pranger gestellt, in Einzelteile zerlegt und schließlich TV-mäßig hingerichtet. Das ist höchst unanständig, hat er doch vorher groß getönt, Eva Herman würde die Gelegenheit der Rehabilitation in seiner Sendung erhalten. In Wahrheit hatte sie keine Chance.

„Sie hat sich ein wenig verharmlosend über die Familienpolitik im Dritten Reich geäußert.“ – Mit diesen Worten kündigte Kerner die Ex-Tagesschausprecherin an. Von einem seriösen Journalisten, der jemanden die Chance zur Rehabilitation geben will, darf man durchaus etwas anderes erwarten. Zumal das Zitat, dass die ganze Misere ausgelöst hatte, zwar sehr unglücklich gewählt war, aber durchaus auch anders verstanden werden kann. Denn folgendes hat Eva Herman in Wirklichkeit gesagt:

“…Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder
wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf
folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde.
“

Doch mit der von Kerner gewählten Einleitung stand Eva Herman sofort am Pranger. Denn in Deutschland gibt es keine größere gesellschaftliche Keule, als jemanden als Nazi-Freund abzustempeln. Das funktioniert in der Politik (siehe Möllemann) genauso wie in einer ZDF-Talkshow. Der Talk-Profi Kerner und seine Redaktion haben genau gewußt, wie diese “Vorstellung” auf Bild-Niveau wirken mußte – Eva Herman stand sofort mit dem Rücken zur Wand.

Aufgestachelt von der Situation, konnten sich dann auch zwei weitere Talkshow-Gäste nicht mehr zurückhalten. Senta Berger und besonders Margarethe Schreinemakers keifften wie von der Tarantel gestochen los, so dass die Herman einem schon fast leid tun konnte und sich zum nächsten Fauxpas hinreissen ließ. Quasi am Pranger stehend verweist sie auf die “vielen Briefe“, die sie bekommen habe. Die Absender dieser Briefe würden ganz anders darüber denken, als „die gleichgeschaltete Presse“. Eine Steilvorlage, die Kerner nicht ungenutzt lassen kann: “Schon wieder ein nationalsozialistischer Begriff!“ – und leider hat er recht.

Mit diesem Satz reißt er erbarmungslos die Maske herunter. Dem vorher noch wütenden Zuschauer vor dem Fernsehbildschirm wird aber eins schlagartig klar: Die kleine, blonde Frau, die für ihre Meinung eintreten will, hat einfach Schwierigkeiten mit der klaren und sauberen Formulierung ihrer Gedanken. In dem Moment trifft einen die Erkenntnis, dass Eva Herman natürlich nicht mit den Nazis symphatisiert sondern sich, wie gerade demonstriert, nur überhaupt nicht darüber im klaren ist, auf welchem schmalen Grad sie gerade verbal marschiert und abgeschmiert ist.

Doch Weichei Kerner zelebriert nun die Vollstreckung der Hinrichtung: Mit seinem Messdiener-Lächeln schmeißt er sie aus der Sendung. Das Fallbeil surrt – Kopf ab.

Resultat: Alle Beteiligten dürfen sich als Verlierer fühlen. Kerner verliert jede Glaubwürdigkeit und unterstreicht seine “Fähnchen im Wind“-Überzeugung, Herman outet sich in kleiner, blonder Ahnungslosigkeit, Schreinemakers und Berger zeigen wahre Zickenqualitäten. Nur Verlierer? Nein, einer hat live und in Farbe ganz viel Anschauungsmaterial für sein kommendes Buch bekommen: Mario Barth. Wir dürfen gespannt sein, was er draus macht.

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9 Kommentare zu “Kerner vs. Eva Herman: Im Zweiten prangert man besser!”

  1. Christian Hoffmann:

    Du überschätzt m.E. Kerner. Dieser hat schliesslich der guten Herman 40 Minuten lang zugehört, während sie ihren wirren Unsinn verzapfte und sich immer tiefer in die Grütze ritt. Es waren vielmehr die anderen Gäste, die Herman aus der Runde geworfen haben. Irgendwie auch verständlich – Herman “agumentierte” auf dem Niveau eines Kleinkindes – das wird auf die Dauer mühsam…

  2. Yannick:

    Egal ob man Herrn Kerner über- oder unterschätzt, ich teile die Meinung, dass die Hermans sich mit viel Grütze immer weiter rein geritten hat… Insbesondere bin ich aber beim Fazit dabei: Alle haben irgendwie verloren – außer Mario;-)

  3. Dennis Wiggershaus:

    Ich finde es eine Frechheit von Frau Berger sich mit dem Trittbrett “Nazi-Frund” in der Show herauszuheben, auch von Herrn Kerner eine traurige Leistung!
    Oder will jemand behaupten, dass Frau Herrmann wissentlich irgendein Nazitum verherrlicht?

  4. Chris B.:

    Die schöne Eva hatte und hat völlig recht.
    Endlich(!!!) traut sich jemand (und erst noch eine Frau, was schon vieles aussagt) die komplett gescheiterte Girlie-Emanzipation einiger Mann-Frauen sachlich in Kritik zu stellen.

    Aber sorry, 50% Scheidungsrate (steigend), den daraus resultierenden Single-Zuwachs, sowie die kausale Vereinsamung, die geistige und spirituelle Verblödung und nicht zuletzt das zunehmende Gewaltpotential unseres Nachwuchs, geben Eva Herman mehr als Recht.
    Sie hat auch komplett recht wenn sie von einer “gleichgeschalteten Presse” spricht, da in einer Murdoch-Welt etwas diametrales überhaupt keine Existenz kennt und kennen wird!!!

    Schlussendlich wird auch Kerner von Robert Murdoch bezahlt, was schon zum Denken Anlass genug wäre. Er ist wieder einmal ein Super-Beispiel für einen einseitig geschalteten Anbiederungs-Opportunisten, der eines besser als alle anderen kann, nämlich lecken.

    Ich gebe ja gerne zu, dass mir Kerner seit Anbeginn unsympathisch war (da gefällt mir Beckmann noch viel besser) und ist, vor allem seit seiner allabendlichen, infantilen Kochsendung, die mir so oft den spätabendlichen Fernsehspass vermieste. Doch was er jetzt zum Besten gab, sprengt den Rahmen des Erträglichen. Kerner hat zwar die schöne Eva aus seiner Schwachstrom-Talk-Show gejagt, doch er und seine idiotischen Sendungen sollten dafür sofort aus dem Kanzler-Sender(ZDF) entfernt werden!!!

    Ich persönlich bewundere die Eva Herman, als eine mutige eigenständige Frau, die mutig, eigenständige Überlegungen von sich geben kann und nicht so ein dämliches, vorgekautes Reuter-Gebrabbel, wie JBK und Konsorten.

    Fazit: Kerner hat sich in der Medienwelt, vermutlich unüberlegt, polarisiert und sich so zum opportunistischen Weichei abgestempelt, während es für die blonde Eva die beste Werbung überhaupt war, die sie sich vorzustellen nie erträumt hätte. Jetzt erst recht werde ich und einige Zehntausende andere, ihre Bücher zu Herzen nehmen, da sie in ihrer Grundaussage völlig recht hat.

    In einem Punkt gebe ich all den “Fähnchen im Wind” Recht: Die Assoziation mit den Nazis wäre für die Herman eigentlich gar nicht nötig gewesen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, da hätte eine mildere Provokation durchaus gereicht.

    Im Übrigen: ” Ist die verfassungsrechtlich geschützte Meinungsfreiheit eigentlich nur ein Gummi-Paragraph oder ein Menschenrecht???
    Ist Meinungsfreiheit (der ein Teil des freinen Willens, als solches überhaupt darstellt)nun gewährleistet oder gilt das persönliche Recht der Meinungsfreiheit nur solange, wie sie opportun ist???”

    Ich leide selber seit 18 Jahren schwerstens unter der heutigen “Familien-Zerstörungs-Politik”, seit sie mir meinen Sohn und meine Tochter nahmen, die ich seither nie mahr sah. Ist dies menschlich???
    Nein!!! Dies ist in Wirklichkeit gröbster Mittelalter-Faschismus!!! Wir leben nämlich in einem untergründig-faschistischtoiden Globalisierungs-Zeitalter und die gescheite aber manchmal etwas naive Eva Herman ist eine der wenigen starken Menschen, die dagegen ankämpfen. Ihr gebührt mein höchstes Kompliment! “Bravo Eva, weiter so!!!”

    Ich könnte noch viel weiter in die Materie abtauchen, doch belassen wir es damit einstweilen.

    Gruss an alle die meine Gedanken nachvollziehen können, aber auch an die, die jetzt tief einatmen und auch an die, die mich schon am verfluchen sind.
    Und a propos, mich einklagen zu wollen brächte niemandem ausser mir etwas (Eigenwerbung), da ich eine arme Sau bin, bei der wirklich nichts anderes zu holen wäre, als eine halbe Million Schulden (Alimente, die ich trotzdem zu bezahlen hätte, wenn ixch könnte, obwohl ich meine heissgeliebten Kinder nie mehr sah.)

    Chris B.

  5. Karl R.:

    Meines Erachtens hat sich Eva Herman in dieser Runde sogar sehr gut geschlagen. Gerade wenn man bedenkt welchen Druck sie ausgesetzt war. Ich kann nicht erkennen, dass sie sich irgendwo hineingeredet hat. Vielleicht bin ich aber als Österreicher hysteriebefreiter ;-)

  6. Simon J.:

    Kerner wußte ja, daß es laufendes verfahren von Eva Herman gegen den NDR gibt, und das diese Aussage dabei eine zentrale Rolle spielt. Würde Eva Hermann in dieser Talkshow daß Zitat als ein Fehler eingestehen, hätte sie in diesem Prozess extrem schlechte Karten. Aber trotzdem bestant fast die gahze Sendung daraus, von ihr dieses Geständnis zu erpressen. Klar, hat sie nicht widerrufen, wäre ja auch dumm gewesen. Aber das sollte doch auch ein Kerner wissen….

  7. Jäger:

    Herr JBK sie haben dem Volk wieder einmal
    vorgeführt-was es darf und was es nicht darf.
    1) Keine eigene Meinung haben,es sei denn
    sie ist konform mit der political correctness!
    2)Medien sind doch nur noch da um das Volk
    zu verblöden(ZDF,Bild usw.)
    3)Frau Eva Herman hat nur ausgesprochen was der
    größte Teil des Volkes denkt-bis auf ein
    paar Weltverbesserer und Revoluzzer.
    Solche Leute wie Schreinemakers und Co.können
    doch nur dazu verleiten das man seinen TV
    abmeldet!!!!!!!!!!!!!!!!!

  8. Jim Schlimm:

    Das Eva Herman wegen des Rechtsstreit mit dem NDR gar nicht anders konnte, erscheint mir logisch. Habe ich so noch nicht gesehen. Das hätte sie mit Kerner absprechen müssen – und hat sie vielleicht auch. Das lässt für mich schon sehr tief blicken. Dass Kerner es nötig hat, so Quote zu machen ?!

  9. BOTHO JUNG:

    apropo Kerner in Sachen Eva Herman:

    in schrecklicher Erinerung bleibt mir aus meiner Schulzeit der Auspruch eines Studienrates als dieser einem Mitschüler wegen dessen angeblich nachlassenden Leistungen die Nichtversetzung erläuterte:

    “was fällt muß man stoßen”!

    GESAGT hat Kerner diesen faschistoiden Satz nicht – denn Kerner ist ein ehrenwerter Mann.

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