Kostenlos…aber nicht umsonst!
Als Mobilfunkkunde hat man es nicht leicht: Zuerst muss man sich durch Unmengen von Tarifen wühlen, dann durch den Optionsdschungel kämpfen und wird, zu guter Letzt, auch noch von einer schier nicht enden wollenden Welle von Handys überschwemmt. Dabei den Überblick zu behalten, ist nicht einfach.
Hat man es dann aber alles geschafft und sich für Tarif- und Handymodell entschieden, ist man in der Regel für die nächsten zwei Jahre befreit und kann sich in Ruhe zurück lehnen um das gewählte „Menü“ zu genießen. Der Wunschkunde für die Netzbetreiber Otto-Normal-Kunde bleibt auch nach den zwei Jahren in der Regel seinem Anbieter und dem gewählten Tarif treu und sollte dafür auch belohnt werden. Genau dieser schaut jedoch darüber hinweg, das Bestandskunden sehr oft schlechter subventionierte Handyangebote zur Vertragsverlängerung bekommen, als Neukunden. Im Gegenzug dafür, darf man sich aber eine tolle Prämie in Form von Zusatzoptionen, Frei-SMS, und/oder Frei-Minuten aussuchen. (Das man dafür meist selbst die Initiative ergreifen muss, und bei der Hotline nachzufragen hat, lassen wir jetzt mal außen vor!)
Anders bei dem Münchner Mobilfunkbetreiber o2. Dort hat man sich etwas ganz Anderes für seine langjährigen Kunden mit altem Genion-Tarif einfallen lassen, um sie zu halten. Die Zauberformel heißt „Danke-Schön-Wochen“. Da der Kunde davon ja nichts weiß, wird er von der Hotline angerufen. Die nette Dame erzählt einem dann wie lange man schon bei o2 Kunde sei und dafür in den Genuss dieses einmaligen Angebotes kommen würde, welches auf den ersten Blick das erste Hören sehr lukrativ scheint. Man könne jetzt für drei Monate die Flatrate ins deutsche Festnetz und ins o2-Netz testen, ganz kostenlos, versteht sich.
Einen klitzekleinen Haken hat das Ganze dann aber doch. o2 hat nämlich den Begriff „kostenlos“ neu definiert. Für den Mobilfunkbetreiber bedeutet der Begriff nicht zwangsläufig, dass es nichts kosten darf. Bei genauerem Nachfragen wird schnell klar, dass die offerierte „kostenlose Flatrate“ mit 25 Euro im Monat zu Buche schlägt. Aha, kostenlos für nur 25 Euro! Und die Erde ist eine Scheibe und rote Socken halten wärmer als im Winter!
Mit dieser Erkenntnis wurde das Gespräch mit der Hotline auch recht schnell beendet und man sollte nun davon ausgehen, dass ein „Nein, kein Interesse!“ auch in München zu verstehen ist. Denkste! Nach dem die Dame keinen Erfolg hatte, versuchte es am nächsten Tag ihr Kollege. Weiß doch jeder, dass ein Männergespräch oft mehr Erfolg verspricht, bedient man sich doch der selben Sprache. Er war sichtlich hörbar überrascht, als er erfuhr, dass man gestern schon das Vergnügen hatte, von diesem, so tollem „kostenlosen“ Angebot zu hören. Sein Versuch der Erklärung, was denn das Kostenlose an dieser „kostenlose Flatrate“ sei, war witzig und schockierend zu gleich: als treuer Kunde hätte man nun die Chance, „…für 25 Euro im Monat zu testen, ob man unter dem Strich, von der Flatrate profitieren würde!“, ganz ohne Zusatzkosten…und genau diese Offerte ist kostenlos, nicht aber das Angebot selbst. Ja ne, ist klar. Ein Schelm der Böses dabei denkt, das hierbei den Kunden etwas aufgeschwatzt verkauft werden soll.
Halten wir also fest: Nachdem, laut Volksmund, nicht mal der Tod umsonst ist, ist es nun „kostenlos“ scheinbar erst recht nicht mehr. Da ist man doch gerne Kunde bei einem Unternehmen, welches sich mit so tollen Angeboten bei einem für die Treue bedankt. o2 hat vielleicht das Rad den Mobilfunk nicht neu erfunden, doch Dank ihnen wissen wir jetzt, das man für etwas Kostenloses auch gern mal zahlen darf! Wenigstens etwas, wenn sonst schon nichts bahnbrechendes Neues aus dem Münchner Haus zu kommen scheint.
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März 4th, 2009 at 16:15
Vielen Dank für den Beitrag. Schön das es immer noch gute Beiträge gibt. Respekt. Gruss.
Mai 14th, 2010 at 01:37
kann mich mich nur anschließen finde den beitrag auch klasse gruß agathe