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O-Plus oder E-Zwei – das ist hier die Frage!


Also, noch deutlicher kann man es jawohl kaum noch machen:

“Würde O2 in Deutschland zum Verkauf stehen, dann würde der E-Plus-Mutterkonzern KPN eine solche Kaufoption prüfen”, sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks laut der Financial Times Deutschland auf einer Veranstaltung am Montagabend in Düsseldorf.

…lesen wir auf inside-handy.de. Besonders wenn es um Wettbewerber geht, sind Sätze im Konjunktiv besonders aussagekräftig – formulieren sie doch einen Wunsch in einer Art und Weise, durch die man den selbigen später gegebenenfalls wieder weit von sich weisen kann. E-Plus will O2 übernehmen, denn nur so kann man endlich als “richtiger” Spieler am deutschen Markt teilnehmen. Plötzlich wäre O-Plus oder E-Zwei (Sorry, aber ein englisches e-Two geht einem kaum über die Lippen) auf einer Augenhöhe zu T-Mobile und Vodafone. Und die E-Plus-Mutter KPN hätte ein dickes Standbein in einem der wichtigsten Mobilfunkmärkte der Welt und würde durch das o2 DSL-Geschäft zum “intergierten Telekommunikationsanbieter“.

Für Verbraucher ist weniger Wettbewerb meistens nicht besonders gut, bedeutet doch weniger Wettbewerbsdruck häufig steigende Preise. Doch in diesem Fall braucht man sich da wohl weniger Sorgen zu machen. Im Gegenteil, E-Plus hat sich klar zur Strategie der Preisführerschaft bekannt und ausgerichtet. Die größten und erfolgreichsten Discounter telefonieren im E-Plus-Netz und gehören sogar teilweise zum Konzern (siehe Simyo oder blau.de). Für die KPN-Tochter gibt es keinerlei Grund, den erfolgreichen Weg zu verlassen.

O2 Germany konnte sich hingegen nach dem Weggang von Rudi Gröger bisher noch nicht zu einer klaren Strategie bekennen.  Mal serviceorientiert, mal billig – so richtig weiß der Kunde bis heute nicht, was ihn bei den Münchenern zu erwarten hat. Und die Liste der Probleme scheint sehr lang, die die Telefonica-Tochter abzuarbeiten hat. Fehlende Netzinfrastruktur im Mobilfunk- wie im DSL-Geschäft, sinkende Durchschnittsumsätze, langsames Kundenwachstum sind dabei nur einige davon.  Und nicht erst seit der massiven Kürzung der Händlerprovisionen und der letzten Preiserhöhung sind Kunden wie Mitarbeiter extrem verunsichert.

Am Ende scheint der Schritt logisch. KPN und Telefonica sollten aus ihren Töchtern ein gemeinsames, starkes Unternehmen erwachsen lassen. Vor der Tür stehen gigantische Investitionen in neue Netztechnik, die gemeinsam sicherlich wesentlich effizienter geleistet werden könnten – und das alles bei abkühlender Konjunktur und wirtschaftlich rauher werdendem Klima. Und gerade Investitionen dürften in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise schwer oder teuer werden.

Vielleicht ist die Strategie in Düsseldorf aber auch eine andere. Die vergleichsweise kleine KPN ist hoch verschuldet – auch etwas, was in Krisenzeiten eher nicht zu empfehlen ist. Mit einem Vergolden der deutschen E-Plus könnte ein gigantischer Batzen der drückenden Schulden abgebaut werden – noch ehe die Milliarden-Investitionen fällig sind.

Es darf angenommen werden, dass dem E-Plus-Chef die Reaktion auf ein solches Statement klar war. Welche Idee Thorsten Dirks auch immer geritten hat und welchen Plan er auch immer verfolgt – klar scheint, dass er sich sicher genug fühlt, die Entwicklung entspannt verfolgen zu dürfen. Und das spricht vorallem für die Stärke von E-Plus.

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9 Kommentare zu “O-Plus oder E-Zwei – das ist hier die Frage!”

  1. Martin Ganserle:

    Ganz meine Meinung, das wäre mal eine sehr sinnvolle Fusion!

  2. TomMUC:

    Eine Fusion würde durchaus Sinn machen.
    Allerdings eher anders rum..

    Wie hier ja schon steht ist KPN hoch verschuldet. benötigt aber dringend Geld um das eigene Netz zu modernisieren.

    Ein verkauf von E-Plus an die spanische Telefonica und somit eine Eingliederung von E-plus an o2 Germany ist dann doch die wahrscheinlichste Variante.

    Nur: Telefonica ist ein sehr durchdachter Konzern. E-plus ist momentan aufgrund der Erfolge viel zu teuer, um jetzt einen Kauf zu überdenken.
    Das wird sich aber bald ändern, wenn der Datenverkehr über die Mobilfunknetze noch wichtiger wird.
    Genau dann bekommt E-Plus ein Problem.

    Das Kapital fehlt, um das Netz so massiv auszubauen dass es den Zukünftigen Datenverkehr verkraftet.
    Von E-Plus wird jetzt schon seit 2 Jahren angekündigt das Netz auszubauen. Da hat sich bis jetzt nichts getan. Das liegt wie oben schon geschrieben daran, dass KPN nicht das nötige Kapital hat, hier zu investieren. Die Gewinne von E-Plus werden meist an KPN überwiesen. Somit steht ein massiver Ausbau wohl in den Sternen.

    Das steht im Gegensatz zu o2. Hier wird wie schon viele gemerkt haben massiv investiert und ausgebaut. Insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Telefonica wird kaum so eine Summe investieren und dann den ganzen Laden verkaufen. Es wird angestrebt ein komplett eigenes flächendeckendes Netz zu haben. Man setzt sehr stark auf zukunftsfähige Datendienste. HSDPA, HSUPA, EDGE, weiterer Ausbau von UMTS auch in kleineren Städten. Flächendeckend EDGE wo keine UMTS Versorgung ist. Das klingt schon sehr nach einer Strategie…
    Mit Telefonie wird in Zukunft kein Geld mehr verdient.

    Dass der E-Plus Chef jetzt mit dem Vorschlag kommt eventuell wenn der Preis Stimmt sein Unternehmen an Telefonica zu verkaufen ist nicht dumm. Jetzt ist die KPN Tochter noch viel Geld wehrt. Er weiß aber auch wenn er keine Milliarden in sein Netz investiert um auch Zukunftsfähige Datendienste anzubieten, wird E-Plus in 2 Jahren nicht mehr so viel wehrt sein. Somit würden auch die Aktionäre von KPN weniger für ihr Geld bekommen. Und Aktionäre sind nun mal drauf aus Geld zu machen.

    Ob dann Telefonica nicht gleich die gesamte KPN kauft, ist durchaus vorstellbar um die Verbreitung in Europa voran zu treiben.

    In diesem Sinne: Es wird wohl noch ne Zeit dauern, bis wir nur noch 3 Anbieter in Deutschland haben. Ob das dann für den Wettbewerb gut ist, das steht auf einem anderen Blatt.

  3. Sandra:

    Wow – das ist mal ein Bekenntnis. Beide Provider funken im E-Netz bzw. UMTS und könnten somit sicherlich von einer Zusammenlegung profitieren. Nicht auszudenken wieviel Jobs verloren gehen würden.

    Viele Grüße,

    Sandra

  4. Olaf:

    Die Dichte der derzeitigen Anbieter wird sich auf Dauer sicher reduzieren. Möglicherweise wird die anstehende Konjunkturkrise da einiges auslösen – schwächere Anbieter werden nun sicher stark unter Druck kommen und da werden sicher etliche strategische Übernahmen geprüft, und vielleicht auch verwirklicht werden.

  5. QW1a:

    Nach aktuellen Pressemeldungen seitens E-Plus, will das Unternehmen jetzt verstärkt den EDGE-Ausbau voran treiben. Ich würde dir aber dennoch zu O2 raten, da E-Plus

    1.) schon ein paar mal einen Ausbau angekündigt, aber nie ausgeführt hat.

    2.) E-Plus nun kein UMTS / HSDPA weiter ausbauen will.

    3.) O2 bereits an einigen Standorten volle 3,6 Mbit/s über HSDPA realisiert.

    Alles andere ist natürlich noch eine Frage des Geschmackes, sowie eine Preisfrage.

  6. interliqui:

    …ich glaube nicht an eine Fusion. ePlus scheint mir gut aufgestellt, macht das schlaueste und effizienteste Marketing und hat mit Simyo und vielen, vielen anderen schon viel länger Powerreseller! Die tun sich O2 nicht an ;o)

  7. interliqui:

    …auch wenn Eplus das Datenthema zwar lange beritten, den Ausbau aber verschlafen hat!

  8. Oliver:

    Ich würde ganz klar eher zum Vodafone Netz tendieren, da o2 z.b. den Ausbau Ihres netzes komplett verschlafen hat. Gegen E-Plus spricht grundsätzlich nichts, doch ist Vodafon mit Ihrer Netzdichte einfach unangefochten die NUMMER 1 (mein Senf)

  9. E-Plus im Jahr 3000 » E-Plus, Euro, Minuten, Jahr, Netze, Kiste » inside-blog.de:

    [...] bei Aral… Kunde Kai Kiste kauft sich an der Tankstelle ein neues Prepaid-Guthaben von E-Plus für seinen Free&Easy-Tarif. Verwundert reibt er sich die Augen, als er den Beleg kontrolliert: [...]

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