o2 can call, o2 can not write
Ja, markenstrategisch war das der ganz große Bringer: Kurz vor Weihnachten noch mal schnell neue Tarife, und die auch so einfach dass selbst die Provider sie verstehen können. S/M/L klingt nicht nur nach Klamotten-Größen bei H&M, es dürfte sich auch genau so gut verkaufen lassen. Keine Nachkommastellen mehr, alles hübsch runde Summen. Prima. Okay, so riesig war die Überraschung zwar nicht, schließlich hatten alle anderen Anbieter auch schon sowas wie eine Flatrate. Und knapp 14 Monate nach BASE mit einem ähnlichen Angebot zu kommen, ist schon nur noch bedingt “can do!”.
So gar nicht “can do” ist es aber, nur die Hälfte von dem zu liefern, was die anderen machen: Von SMS ist bislang nirgendwo die Rede. Will heißen: Während man bei Vodafone, T-Mobile und BASE auch heiter (weil kostenlos) Kurznachrichten in das eigene Netz schicken kann, kostet das bei den Münchnern solide 19 Cent pro Stück. Nicht mal zum Aufpreis ist das drin, der o2-Kunde fällt nämlich anscheinend gerne auf Kleingedrucktes rein.
Dabei möchte sich die Logik nur bedingt erschließen: Wenn die o2-Kunden clever sind, rufen sie demnächst nur noch an, da es ja nix kostet. Ein derartiges “Mehr” an Netzlast kann sich doch keine Netzbetreiber wünschen, der im Vergleich für die nun wegfallenden SMS, die ja eher ein Abfallprodukt darstellen, kaum Traffic auf der eigenen Leitung gehabt hätte. Doch Logik gehört ja seit geraumer Zeit nicht mehr zu den Primärtugenden der Münchner, im Gegenteil: Inzwischen hängt man in allen Bereichen dem Markt hinterher, und hat sogar Mühe, aufzuschließen. Wenn das so weitergeht, und in kürze ist, überreichen wir die Can-Do-Medaille dem, der sie verdient: E-Plus.
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