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Palm: Krise total – Schuld sind aber die anderen


Palm Pre im Crashtest

Fährt Palm gegen die Wand?

Jetzt wird es aber so richtig eng für Palm, den Pionier der Taschencomputer. Das zur Wiederauferstehung gedachte Super-Smartphone Palm Pre entpuppt sich immer mehr als Rohrkrepierer und reißt das krisengeschüttelte Unternehmen weiter in den Abgrund. Bei inside-handy.de liest man folgerichtig:

So erzielte das Unternehmen zwischen Dezember und Februar bei einem Umsatz von 350 Millionen Dollar einen Nettoverlust von 22 Millionen Dollar. Das sind zwar 73 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, dennoch befindet sich Palm damit im elften Quartal in Folge im Minus .

Nur im Rheinland, in dem die karnevalistische Zahl Elf quasi heilig ist, mag man ein “et hätt noch immer jot jejangen” raunen – im Rest der Welt sind elf Verlustquartale nichts weniger als eine Katastrophe. Doch nicht ,dass das an Hiobsbotschaften genug wäre. Denn in der telecom-handel.de lesen wir, dass

die Reduzierung der Verluste ist nicht etwa durch eine bessere Performance zustande gekommen (sei), sondern einzig und allein durch einen Buchgewinn aus Finanzgeschäften.

Das klingt nach verpassen der letzten Ausfahrt vor der berüchtigten Wand, gegen die man ein Unternehmen fahren lassen kann. Andere Konzerne hätten vermutlich reflexartig die komplette Führung ausgewechselt – nicht so bei Palm. Der noch vom Finanzinvestor Elevation getragene Smartphone-Hersteller sieht die Schuldigen der Krise nicht im eigenen Haus, nicht bei mangelnder Qualität oder nicht funktionierende Produktstrategie. Schuld, so Palm-Chef Jon Rubinstein hätten vor allem die Netzbetreiber in den USA, denn die hätten sich nicht an Absprachen gehalten. Der österreichische Standard zitiert US-Medien mit:

Mit Sprint habe man ursprünglich einen Exklusivvertrag getroffen, dies allerdings unter der Voraussetzung, dass der Provider selbst auch eifrig in das Marketing investiere, was kaum passiert sei. Zwar sei das Pre mittlerweile auch bei Verizon erhältlich, dort habe man aber zum gleichen Zeitpunkt vor allem das Motorola Droid in den Vordergrund gerückt.

Na klar, in echt wäre das Palm Pre DER Verkaufsschlager geworden, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund wollten die Netzbetreiber nach dem iPhone lieber auf das Geschäft ihres Lebens verzichten und haben das Wundergerät ausgebremst.Im nächsten Quartal sind dann vermutlich wir alle Schuld. Weil wir dieses total tolle Gerät nicht kaufen, obwohl es doch allen und allem überlegen ist. Vielleicht ist es ja auch zu gut für uns…

Anstatt zu sehen, dass die Arroganz eines ehmaligen Weltmarktführers (PDA) das Unternehmen in die Krise geführt hat, und das genau diese Arroganz offenbar eine ehrliche Analyse verhindert, wird die Schuld wieder weit von sich geschoben. Gestern war man eben am Rande des Abgrunds, heute ist man einen Schritt weiter.

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5 Kommentare zu “Palm: Krise total – Schuld sind aber die anderen”

  1. Daniel:

    Was ist das für eine blog? Hatte ein paar Fakten erhofft und muss dann so eine zynische Kacke lesen. Daumen runter!

  2. Dieter Dabei:

    Wenn du die reinen Fakten willst dann lies die News bei inside-handy.de

  3. yannick:

    Vielleicht hilft ja auch das hier:

    http://www.inside-blog.de/warum-inside-blog

  4. Stefan Lange:

    Ich finde die Meinung absolut in Ordnung. Der Palm Pre ist von der Akkuleistung einfach zu schwach, selbst das iPhone hält doppelt so lange. Dann dazu das reine Plastikgehäuse, welches von der Haptik sehr billig wirkt. Einzig die Software liess hoffen. Vielleicht lässt sich die Software vermarkten, das wäre ein Ansatzpunkt. Dafür müsste man aber mit Hochdruck daran arbeiten, ebenso an den Updates.
    Gruß

  5. elpasa:

    Hallo

    Interessante Hintergründe… Ich denke allerdings das nicht allein o.g. Gründe zum Scheitern von Palm geführt haben, sondern zb auch die satte Selbstzufriedenheit eines ehemaligen Marktführers. Das nur in Ansätzen erfolgreiche Konzept von PalmOS (Software hui – Hardware pfui)…

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