Premiere und die Bundesliga: Das war teuer
Wäre man ein Jahr im Ausland, auf einer einsamen Insel oder aber im Wald gewesen, käme nun nach Deutschland zurück und marschierte direkt zum Fernsehhändler des Vertrauens, dann sähe alles aus wie damals (Okay, vieles…): Will man Fußball gucken, geht man direkt zu Premiere, denn die verkaufen das (wieder). Gut, da heißt jetzt ein Paket auch irgendwie Arena, aber unter dem Strich hat sich jetzt für den Anwender nicht viel verändert. Viel getan hat sich allerdings hinter den Kulissen, denn die Bundesligarechte waren für Premiere die teuersten Rechte, die sich der Kauf-TV-Sender je besorgt hat.
Warum die Rechte so teuer sind? Ganz einfach: Nachdem es der Pay-TV-Sender zunächst nicht schaffte, die Rechte einzukaufen und komplett an Arena verlor, ging ein Sturm der Entrüstung durch die Kunden: Die Unmenge an Kündigungen konnte der Sender nur durch eine späte Paketneugestaltung und massive Preissenkungen kompensieren, der Aktienkurs war trotzdem im Keller. Also verlor der Sender doppelt: Zum einen wertvolle Bestandskunden, die oft auch noch einen Receiver subventioniert bekommen hatten, zum anderen an Wert: Alleine der Kurssturz an der Börse vernichtete bei den 42,1 Millionen Aktien einen Wert von ungefähr 850 Millionen Euro. Addiert man die verlorenen Kunden drauf, dürfte über eine Milliarde Euro verloren worden sein.
Doch das war noch nicht das Ende: Heute subtrahiert man noch einmal 16,7 Prozent des Unternehmens für die Anteils-Abgabe an Arena. Das entspricht zusätzlichen 126 Millionen Euro, die als langfristige Konsequenz aus der Fehlkalkulation des Herr Kofler resultieren. Ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass es weiterhin eine Sportschau um 18 Uhr gibt, oder?
Bildquelle: PremiereÂ
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Februar 8th, 2007 at 22:08
Einmal Premiere Arena und zurück
Premiere darf wieder Bundesligaspiele zeigen, aber der Preis ist mehr als heiss. Wer heute der Aktie zum Kurssprung geholfen hat, könnte bald “Geldkater” haben.