Das ist ja mal eine tolle Überraschung. Erst treiben unsere Monopol-Stromversorger die Preise in den Himmel, und nun folgt das gleiche Drama anscheinend an den deutschen Zapfsäulen: Superbenzin soll neben dem Ultimate-Quatsch das einzige noch verbleibende Benzin werden. Denn wie wir an praktisch allen Tankstellen sehen können, kostet Super derzeit das gleiche wie Normalbenzin:
Nach mehrwöchigen Marktturbulenzen hat sich der Preis von Super und Normalbenzin in dieser Woche in praktisch ganz Deutschland angeglichen. Als letzter großer Anbieter knickte Shell ein und verkauft ab dieser Woche beide Sorten zum selben Preis.
Dabei argumentieren die Sprit-Anbieter, die Nachfrage sei erheblich gesunken, um knapp neun Prozent. Der Trick dürfte jetzt jedoch ein anderer sein: Erst werden beide Preise angeglichen, dann werden die Verbraucher noch mehr auf Super schwenken (man tut seinem Auto ja was Gutes), und dann ist Normalbenzin weg an der Zapfsäule. Und was kommt dann, wenn es nur noch ein Benzin gibt? Richtig, der Preis geht richtig schön nach oben, und wir dürfen satt draufzahlen. Von wegen freier Markt, wenn sich die Mineralölkonzerne einige sind, ist viel mehr möglich als sich das Bundeskartellamt vorstellt.
Was bleibt? Nun, man kann es ja mal als Verbraucher versuchen: Tanken wir doch nur noch Normalbenzin, wenn technisch möglich. Das dürfte das Risiko, dass ein ganz klassischer Treibstoff vom Markt geht, deutlich mindern. Immerhin ist das europäische Ausland noch lange nicht so weit, vor einer Woche in Spanien lagen noch gute acht Cent zwischen Super und Normal. Interessant ist, dass der ADAC, der sonst die Dummheit (freie Fahrt für freie Bürger) in den Rang eines Grundrechts hoch demokratisiert, diesmal positiv Partei ergreift:
Der Präsident des ADAC, Peter Meyer, kritisierte allerdings in der “Bild”-Zeitung die Preisanpassung. “Ich fordere die Konzerne auf, auch in Zukunft Normalbenzin günstiger als Super anzubieten.” Das sei produktionstechnisch gerechtfertigt.
Richtig so. Und nun: Ab an die Tankstelle und schnell vorher noch einmal den Stromversorger wechseln. Passt ja bei der Gelegenheit.