Telekom-Streik: Schlechter kann der Service eh nicht werden
In diesen Tagen liest man ja an allen Ecken und Enden, was da gerade mal wieder los ist bei der guten, alten Telekom. Die T-Aktie im Keller, Volksvermögen verheizt, die Anleger sauer – das steht den Forderungen und Befürchtungen der Mitarbeiter gegenüber. Jetzt droht sogar die 40 Stunden Woche! Immerhin arbeitet der gemeine Telekom-Mitarbeiter zur Zeit ganze 34 Stunden pro Woche, eine unglaubliches Arbeitspensum. Ja, wir fühlen uns zurückversetzt in die dunkelsten Zeiten des Kapitalismus, als die Industrie-Ausbeuter die Arbeiter wie Sklaven behandelt haben. “Die Fehler wurden im Management gemacht”, heißt es allen Orten – und diese Einschätzung trifft wohl zu.
Das “Handelsblatt” zitiert einen frustrierten Aktionär mit den Worten:
“Der Ron Sommer war ein Lackaffe, sein Nachfolger ein Weichei. Und der Neue? Ein Jüngelchen.”
Besser kann man die wechselnde Führung des ehemaligen Monopolisten wohl kaum beschreiben. Doch liegen die Fehler weniger an mangelnden Produkten oder Ideen. Das Scheitern der Telekom-Manager liegt genau dort, wo auch die besondere Herausforderung im Konzern liegt: In der Privatisierung eines der größten Telekom-Unternehmen der Welt.
Denn, es ist ja keinesfalls so, als ob man nicht viele Neuerungen im Markt anschieben wollte – aber einfach nicht konnte. Man kann die Entscheidungen der heutigen Bundesnetzagentur sicherlich unterschiedlich bewerten, Fakt ist, dass sie die Telekom gebremst hat, um Wettbewerbern den Markteintritt zu ermöglichen. Nein, so macht man es sich zu einfach, der T-Führung einen Vorwurf zu machen. Dass das Unternehmen diese Dinge beherrscht beweisen übrigens auch die Erfolge von T-Mobile und den ausländischen Töchtern.
Wenn ein Unternehmen nicht die innovativsten Produkte anbieten und ebenfalls nicht die günstigsten Preise haben darf, dann ist die einzige Chance, dass man seine Produkte besser macht, als der Wettbewerb. Und dazu gehört es eben, den besten Service, die beste Kundenbindung und die besten Mitarbeiter im Markt zu haben. Dazu ist es nötig, in die Mitarbeiter zu investieren, keine Frage. Doch nicht in völlig überzogene Lohnforderung einer besitzstandswahrenden Gewerkschaft, sondern in effizientere Technik und Software, die den Mitarbeitern das arbeiten extrem vereinfacht, in Produkt-, Kommunikations- und Verkaufstrainings und in alles, was den Know-How-Vorsprung gegenüber alle anderen stärkt.
Es scheint so, als habe keiner der bisherigen Vorstände eine Vision der Telekom-Zukunft entwickelt – denn die hätte es gebraucht, um Investoren und Mitarbeiter gleichermaßen auf einen Weg dorthin mitzunehmen. Nun stehen die Zeichen auf Streik – doch auch das ist nur eine leere Drohung: Der Service erscheint uns Verbrauchern doch ohnehin so schlecht, dass es für uns Kunden quasi keinen Unterschied macht, ob gestreikt wird oder nicht.
Bildquelle: Telekom
Interessante Beiträge:
- David gegen Goliath
- Ausgerechnet Maybrit
- Warum T-One nie erfolgreich werden konnte
- Einmal richtig Traffic: Entführen Sie Google!
- Sony Ericsson W880i: Das Handy der Woche


Mai 16th, 2007 at 13:27
wenn es jetzt während des Streikes um “überzogene Forderungen” geht, dann steht wohl dieser René Obermann als bestes Beispiel dafür. Das Unternehmen sollte sich schnellstmöglich von diesem Herrn trennen und wieder auf die eigenen Werte (siehe Blog oben) sehen. Gebt dem Mitarbeiter sein Geld, damit er gute Arbeit leisten kann. Entledigt Euch von schlechten Chefs, damit das Unternehmen nicht kaputt geht. Das ist die Forderung der Kunden (die Telekom ja immer noch hat).
Viel Erfolg beim Streik!
Juni 1st, 2007 at 09:19
Drecks Telekom-Streiker …. die sollen entlich arbeiten gehen und sehen, daß der Laden läuft … wenn ich das höre … 38 stunden …. lol … die faulen Säcke …. die sind verwöhnt so siehts aus …. dumpfbacken ….. merken nicht, daß sie den morschen ast auf dem sie sitzen auch noch ansägen….. da hat ein Obermann doch keine Chance. Wenn ich so viel Dummheit auf einem Haufen sehe wird mir schlecht.
Juni 16th, 2007 at 22:39
Die Mitarbeiter hatten die 38 Stundenwoche, und diese wurde auf Grund des Rückgangs von Arbeitsmengen zur Sicherung der Arbeitsplätze auf 34 Stunden runtergefahren, mit entsprechen geringerem Lohn. Viele der Kollegen haben zwischen 40 und 160 Überstunden. Faul sind diese Kollegen bestimmt nicht. Und die 4 Stunden mehr sind dagegen lächerlich. Außerdem gibt es Regularien die es den Kollegen nicht möglich machen flexibel zu arbeiten. Ich bin auch Mitarbeiter, wir kämpfen auch für bessere Arbeitsbedingungen für unsere Kunden. Wer hat sich noch nicht über die Sprachgesteuerte Störungsannahme geärgert. Wir haben dieses Problem bis nach Bonn getragen. Es hat sich seid Jahren nicht gebessert. So ein Management das stur seine Linie fährt brauchen wir nicht.
Zu Nik´s Kommentar kann ich nur sagen,
keine Ahnung von Niks.