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Trash-TV: Jeder kennt es, keiner guckt es


Zu Zeiten, in denen die Forderung nach mehr Qualität im deutschen Fernsehen immer lauter wird und die Diskussionen über den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender nicht abreißen, möchte ich mich eigentlich viel lieber dem Thema Trash-TV widmen. Hatten wir die Hoffnung, dass nach der fünften “DSDS”- und der 100sten Big Brother-Staffel endlich ein Ende vom Billig-TV in Sicht ist, sind wir doch bald eines Besseren belehrt worden. Egal ob Pseudo-Promis im Dschungelcamp oder Castingshows bis zum Abwinken – Dieter Bohlen und Co. sind einfach nicht totzukriegen.

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So ist es wahrscheinlich die Mischung aus Fremdschämen und Sensationslust, die das Gesamtniveau des Fernsehens weiter sinken lässt. Oder aber auch eine fehlende TV-Alternative bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Wahrscheinlich spiegelt der deutsche TV-Konsum aber auch einfach nur unsere Gesellschaft wider. Niemand guckt angeblich den ganzen Schrott, die Quoten sprechen aber eine ganz andere Sprache. Googled man beispielsweise “Germany’s next Topmodel”, findet man 819.000 Treffer. Bei Big Brother sind es sogar sensationelle 57.800.000 Treffer.

Entgegen der gängigen Behauptung, Fernsehen mache dumm, glaubt der amerikanische Medientheoretiker und Bestsellerautor Steven Johnson nicht an die Verdummung durch Trash-TV. Für ihn ist jede Art von Medienkonsum eine “positive Gehirnwäsche”, wie er schreibt. Johnson bezeichnet Reality- oder Talkshows als eine Art Psycho-Sport, da sie vom vom Publikum einen höheren geistigen Einsatz forderten. Wenn das so ist, brauchen wir noch mehr Big Brother und Ballermann-Reportagen. Es lebe das Trash-TV!

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4 Kommentare zu “Trash-TV: Jeder kennt es, keiner guckt es”

  1. Martin:

    Schon traurig, was im TV so alles läuft. Der Beadrf nach gutem Programm ist offenbar nicht so ausgeprägt wie der nach Schrott.

  2. Ralf:

    Tja, gegen die Promigeilheit und sei es auch nur für/auf D-Promis, ist kein Kraut gewachsen. Wenn man schon selbst nur ein “Nobody” ist, will man/frau wenigstens wissen, was ein “Promi” so tut und wie er “lebt”…

  3. Michael:

    Der Artikel spricht mir aus dem Herzen. Genau diese Aussage so was schaue ich mir nicht an – aber spricht man darüber weiß jeder die genauen Details und so weiter. Egal wo und was auf den zahlreichen Sendern kommt, letztendlich muss jeder für sich entscheiden was er sich anschaut oder nicht. Man kann ausschalten aber auch umschalten für die, die es noch nicht wissen.

  4. CDU-Vision: Der gläserne Surfer - Stasi 20, Junge Union, Hassbotschaften, Gewaltverherrlichung , Youtube, Myvideo - inside-blog.de:

    [...] insbesondere das Fernsehen zwingend vorgeschrieben werden – stellvertretend soll hier nur an das RTL-”Dschungelcamp” erinnert werden. “Stasi 2.0” lässt grüßen… [...]

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