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Videothekare, das Ende naht – in ferner Zukunft!


Puh, da kommt ja eine schöne neue Welt auf uns zu: Wenn man dieser Meldung glauben schenken darf, dann wird es für Videothekenbetreiber ganz schön eng. Die Zukunft liegt im Internet – IPTV und Video-on-Demand sind die Schlagwörter. Trägerlose Datenübertragung ist die Zukunftsvision, die es der gemeinen Couch-Potatoe noch einfach machen soll, den Abend vor der Glotze zu verbringen. Als nächstes kommt dann wohl ein Chio-Chip-Taxi (Chio-Chip-Heimservice – für Schwaben und Bayern). Dann werden wir uns laut beklagen, dass unsere Gesellschaft immer mehr vereinsamt (das tun wir natürlich in einer Fernseh-Talk-Show) und wenn uns das nervt, schalten wir einfach auf einen anderen Kanal.
Bye, bye geliebte Videothek, die Zeiten scheinen vorbei, in denen wir durch große, verranzte Hallen stiefelten und uns abgegriffene Hüllen nahmen, um verblichene Cover zu studieren. Vorbei die Zeiten, als man vor Eintritt in die geheiligten Hallen entscheiden musste, ob man in den Bereich unter oder über 18 wollte (Naja, wollen wollte man wahrscheinlich häufiger – nur gesehen werden wollte man nie). Wie war das doch noch mit der netten, jungen, hübschen Videotheken-Aushilfe, die einen mit einem breiten Lächeln entgegenstrahlte, wenn man mit seinem blauen Film-Schnipsel (blau=Hardcore) und hochroter Birne an die Videotheken-Theke trat?

Und das soll nun alles vorbei sein?

Natürlich nicht – denn, so kann man weiterlesen, die Marktforscher gehen davon aus, dass der Video/DVD-Markt noch 10 – 15 Jahre weiter existieren wird. Als internet- und technikaffiner Mensch fragt man sich: Wieso? Apple präsentiert iTV – das ist doch der Durchbruch! Die Telekom zeigt via IPTV die Bundesliga! Was soll denn da noch so lange dauern?

Ganz einfach: DIE sind noch nicht so weit. Und damit meine ich – wie man vielleicht denken könnte – keinesfalls die Konsumenten. Gerade Apple hat doch eindrucksvoll gezeigt, dass einfache Bedienung auch so etwas scheinbar kompliziertes wie einen MP3-Player zum Erfolg führen kann. Nein, mit “denen” meine ich die Industrie, die einfach noch nicht soweit ist. Es wurde nämlich schlichtweg noch nicht genug Geld verdient, der Return-On-Investement ist noch nicht da. Gerade erst entscheidet sich der kostenträchtige Kampf der DVD-Nachfolgeformate Blu-Ray und HD-DVD – und wehe dem, der auf das falsche Pferd gesetzt hat. Gerade erst werden Milliarden in neue Produktionsstätten von Datenträgern gesteckt, die sich alle erst noch rechnen müssen. DIE brauchen das Geschäft mit den kleinen silbernen Scheiben und die Umsätze in Verkauf und Verleih der Filmindustrie sind da nicht zu verachten.Glauben Sie nicht? Wem, denken Sie, gehören denn Marken wie Columbia Pictures und Tri-Star Pictures ? Richtig – beide gehören inzwischen zur Sony Pictures Entertainment, einer Tochterfirma des Blu-Ray-Erfinders Sony. Oder wußten Sie, dass die berühmte Filmproduktionsgesellschaft Warner Bros. zum internationalen Medienunternehmen Time Warner Inc. gehört? Gut, dann wußten Sie sicherlich auch nicht, dass sich genau dieses Unternehmen mit anderen in der HD DVD Promotion Group engagiert. Der Zweck dieser Gruppe ergibt sich wohl aus dem Namen…

Und plötzlich stellt sich die Frage, wieso nur Disney mit Apple einen Film-Vermarktungsvertrag geschlossen hat gar nicht mehr. Disney produziert einfach keine Datenträger……

Was bedeutet das nun für unsere Videothek? Nix – ausser, dass das Ende naht, nur eben erst in ferner Zukunft.

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2 Kommentare zu “Videothekare, das Ende naht – in ferner Zukunft!”

  1. WoW:

    Danke für den interessanten Beitrag.

  2. Günther:

    Yep, obwohl der Artikel schon älter ist immer noch sehr interessant. Die Online Videotheken nehmen tatsächlich stetig zu und vertreiben so langsam die lokalen Videotheken. Einen interessanten Artikel habe ich hier gefunden
    http://www.meine-online-videothek.de/die-geschichte-der-videothek.html
    Da wird dies auch mit Zahlen hinterlegt, sehr interessant wie ich finde.

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