Was (k)ein Handy braucht
Moderne Mobiltelefone sind mittlerweile in der Regel vollgestopft mit einer Reihe von technischen Errungenschaften, an die vor zehn, fünf oder auch einem Jahr noch niemand gedacht hat. Vieles erleichtert das Leben, manches macht einfach nur Spaß, einiges ist jedoch schlichtweg überflüssig.
Das Internetportal techtree.com hat eine sehr amüsant zu lesende Liste mit solchen überflüssigen Features veröffentlicht, die zu großen Teilen meine Zustimmung findet: Wer braucht schon ernsthaft eine Handschriftenerkennung oder eine Kamera für Videotelefonie, die sowieso niemand nutzt. Nicht alles, was auf der Techtree-Liste steht ist allerdings wirklich total unnütz:
- Gedruckte Benutzerhandbücher – Die sind in der Tat Verschwendung. Ein PDF zum Download reicht in der Regel völlig aus. Jedem Käufer ein umfangreiches Handbuch mitzuliefern ist unnötige Papierverschwendung.
- Nicht-standardisierte Buchsen – Ein echtes Ärgernis! Man kann nur hoffen, dass sich MicroUSB und 3,5mm-Klinke als Standard endlich durchsetzen und die Hersteller ihre Spezial-Anschlüsse aufgeben.
- Mini QWERTZ-Tastaturen – Über Eingabemethoden kann man sich trefflich streiten. Es gibt auch Nutzer, die mit den kleinen QWERTZ-Tastaturen gut zurecht kommen. Ist eben eine Alternative unter vielen.
- Spiegel für Selbst-Portraits – Ist nicht nötig, stört aber auch ernsthaft gesehen niemanden. Möglicherweise gibt es ja tatsächlich Menschen, die diese Methode nutzen, um ein Selbst-Portrait anzufertigen.
- Digitaler Kamerazoom – Wer diesen Zoom nutzt, ist selbst schuld. Die meisten Handykameras liefern bei Bildern, die man digital vergrößert eine beschämende Bildqualität. Am optischen Zoom führt kein Weg vorbei.
- Umfangreiche Kamerafeatures – Die Kollegen bei techtree haben völlig recht: Eine Handykamera wird in den meisten Fällen für Schnappschüsse gebraucht. Die Feature-Flut (Lächelsensor etc.) ist im Endeffekt Blenderei.
- Megapixel-Wahn – Auch hier volle Zustimmung. 12-Megapixel-Kameras sind nur ein nettes Verkaufsargument für Kunden, die sich von großen Zahlen betören lassen. Mehr Qualität bekommt man nicht.
- Handschriftenerkennung – Dieses Feautre qualifiziert sich für den ersten Platz der unnützesten Eingabemethoden. Unzuverlässiger und unpraktischer lässt sich Text auf einem Handy kaum eingeben.
- Kamera für Videotelefonie – Ich habe im Moment keine passenden Zahlen zur Hand, aber nach meinem Gefühl nutzt niemand die kleinen Kameras auf der Vorderseite des Handys für Video-Gespräche.
- Öse für Handybänder – Da wir hier in der Redaktion noch eine Menge formschöner Handybänder des Verlags herumfliegen haben, weise ich natürlich entrüstet von mir, dass die Ösen unnütz sein sollen.
- MMS – Diese Nachrichtenform hat sich nie wirklich durchgesetzt und dürfte dank E-Mail und sozialer Netzwerke zum Teilen von Fotos, Videos und mehr zu Minidisc und Video2000 auf den Digital-Friedhof wandern.
- Schlechte Headsets – Hier spart manch ein Hersteller in der Tat an der falschen Stelle. Die gute Qualität, die der Handy-MP3-Player liefern könnte, wird durch Billigware aus der Ramschbox zerstört.
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November 20th, 2009 at 23:35
Ich lese auch keine Benutzerhandbücher. Aber die ältere Generation blättert schon noch mal gerne darin herum. So ganz wird sich das Ding nie wegrationalisieren lassen.
Die Buchsen sind mittlerweile standardisiert. Meine ich zumindest gehört zu haben.
Sonst muss ich die Recht geben. Ich hasse auch diesen ganzen technischen Unfug, der nur zum verkaufen dient.
Dezember 3rd, 2009 at 13:46
Das Problem ist, dass Handys für einen weltweiten Massenmarkt gebaut werden udn wenn dann nur null,irgendwas % eine Funktion für gut halten wird sie halt eingebaut.
Dann kommt noch dazu, dass die Dinger sich ja immer ähnlicher werden – also wird über immer mehr Features versucht eine Unterscheidung auf “Teufel komm raus” zu erzwingen und halt damit bessere Verkaufschancen zu haben. Dazu kommt ja auch dass wahrscheinlich überall fast die gleichen Chips drin sind, die halt alles mögliche eingebaut haben und das wird dann so gut wie möglich ausgenutzt.
Für mich gilt – solange die “simplen” Funktionen wie Telefonieren, SMS ein wenig Organizer nicht völlig unzugänglich werden wegen 1000 anderer Funktionen, stört es mich nicht.